filmgedanken

Archive for Januar 2012|Monthly archive page

Zombieland

In action, horror, komödie on Januar 28, 2012 at 2:20 pm

OT: Zombieland, USA 2009, R, B: Ruben Fleischer, B: Paul Wernick

Auch wenn das Archiv mich selbst sofort Lügen straft. Zwischendurch (?) brauche ich auch mal etwas Leeres. Etwas Simples. Etwas Hirnloses.

Und was ist denn hirnloser als ein Zombie? Noch dazu in einer amerikanischen Komödie!

Dank George A. Romero haben wir als moderne Bürger der westlichen Welt (auf einer Kugel!) ein genaues Bild der lebenden Toten. Absolut fiktive Gestalten, mit einem Ursprung in der Mythologie des Voodoo. Und dennoch wird der Umgang mit ihnen, insbesondere im Film so dogmatisch betrieben, wie mit kaum einem anderen Thema.

Mal wieder irgendwie absurd. Aber ich selbst nehme mich da gar nicht aus. Sehe ich mir einen Zombiefilm an, dann will ich nicht überrascht werden. Ich habe schon beim einlegen der DVD, Videokassette, Blu-Ray, oder beim Lösen des Kinotickets eine genaue Vorstellung dessen, was mich erwarten wird. Und diese möchte ich nicht enttäuscht sehen.

Ich bin ein Zombiefilmkonservativer! Darauf bin ich nicht stolz. Aber ich akzeptiere meinen erstarrten Geschmack! Klar werde auch ich mit der Zeit gleichgültiger und wenn ein Zombie dann eben mal rennt, dann zucke ich mit den Schultern, lehne mich mittlerweile eher zurück als auf und akzeptiere das eigentlich Untragbare.

Andere Zeiten. Zombies für die Jugend. Unaufhaltsamer Fortschritt.

Wenigstens dreht sich Bill Murray- auch eine Ikone meiner Filmprägungsphase – sehr sehr langsam in seinem Filmgrab herum. Und das versöhnt mich dann auch wieder.

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Chinatown

In drama, horror, thriller on Januar 28, 2012 at 2:14 pm

OT: Chinatown, USA 1974, R: Roman Polanski, B: Robert Towne

Wir leben in Zeiten – auf das Kino bezogen – in denen fast alles zumutbar ist. Nichts schockiert den Vielseher mehr. Zumindest was das Zeigen von expliziter Gewalt betrifft. Ein wenig Zucken läßt sich aus dem müden Zuschauer noch herauskitzeln, wenn es an die Penetration (ja, genau!) von Zehen- oder Fingernägeln, Haaren und vor allem Augen geht.

Nachvollziehbar.

Als im Fernsehsessel behütet abgelegter Zuseher hat man sich bestimmt schon mal schmerzhaft einen Nagel eingerissen, gefühlte Stunden damit verbracht den Kopf gegen den eigenen Selbsterhaltungstrieb beim Verabreichen von Augentropfen mit aller Gewalt zu halten, oder die blanke Angst beim Verlust der eigenen Kopfhaare erfahren müssen. Schlimm genug.

Der blanke Horror, der uns alle durch unseren Alltag begleitet und immer als stete Gefahr unter der Oberfläche des Alltäglichen schwelt. Ob wir das nun wollen, oder nicht.

Sich dessen bewußt zu werden und dagegen anzukämpfen kostet Zeit, Kraft und ein bißchen Mut – bei den Augentropfen sogar sehr viel Mut. Und dann kommt Meister Polanski daher und durchbricht die alte und irgendwie akzeptierte Ordnung. Er spielt mit unseren Ängsten wie er es schon immer tat. Es kümmert diesen kleinen Mann überhaupt nicht, daß ich wieder mit mir werde ringen müssen.

Tagelang werde ich wieder um meine geliebte Nase fürchten müssen. Jede kleine Unebenheit am Gesichtszentrum, jedes Jucken, jedes Drücken wird sich bis zum Unerträglichen steigern und mir schier den Verstand rauben. Das filmische Gefühlszentrum meiner Selbst ist meine eigene Nase.

Für die nächste Zeit. Ganz sicher!

Der letzte schöne Herbsttag

In drama, komödie, romantik on Januar 27, 2012 at 9:22 pm

OT: der letzte schöne Herbsttag, D 2010, R, B: Ralph Westhoff

Vielleicht bin ich einer der wenigen Menschen, die Filme, egal aus welchem Land sie kommen in ihr Herz schließen können, sofern sie dieses denn erreichen. Warum auch nicht? Das Herstellungsland eines Filmes kann doch gar nichts über dessen Qualitäten aussagen. Wie soll es das denn? Oder ist es wirklich schon so:

„Ich war grad in einem Film. Die Bilder waren brillant fotografiert und die Kamera wie ein weiterer Protagonist in das Geschehen verwoben. Die Schauspieler waren total gut und die Geschichte überragend! Ich hab jede Sekunde mitgefiebert und richtig geweint, als am Ende dann alles in einem Meer aus Gewalt und Verachtung explodiert ist.“ „War der denn echt so gut?“ „Wieso gut? Ist doch ein deutscher…“

Es stimmt schon was man sagt!

Wenn sich meine Seele zu solch einem überlaufenen Allgemeinplatz herabläßt, dann muß sie sehr geschunden worden sein. Es stimmt schon: der deutsche Film kann es nicht! Der kann keine Zuschauer fesseln, er kann sich nicht von seiner ihm selbst auferlegten Pflicht des Moralapostels lösen, er kann Schauspieler nicht natürlich wirken lassen und er kann eigentlich gar nichts! Was der sogenannte deutsche Film nicht kann, ist vor allem seinen Azubis und Filmhochschuljungabsolventen mal ein bißchen Zeit in ihrer Selbstfindung zu lassen. Und was der sogenannte Deutsche Film (sic) nicht kann, ist zu unterhalten. Und warum? Keine Ahnung! Es muß also stimmen was man sagt… manchmal!

Coco Chanel & Igor Stravinsky

In drama, romantik on Januar 27, 2012 at 9:17 pm

OT: Coco Chanel & Igor Stravinsky, FRA 2009, R: Jan Kounen, B: Chris Greenhalgh

Auch wenn es nur Mads Mikkelsen ist, den mir der Film bietet, so bin ich froh über jede Sekunde, die ich diesem Inbegriff der stillen Leinwandpräsenz zusehen darf.

Mehr?

Erwarte ich auch im Normalfall von einem hochgelobten Werk. Aber mehr sollte es eben nicht sein. Dafür muß man dann auch mal dankbar sein…

Kick-Ass

In action, komödie on Januar 27, 2012 at 5:59 pm

OT: Kick-Ass, USA 2010, R, B: Matthew Vaughn, B: Jane Goldman

Wenn ich mal einen Film gut finde, dann traue ich mir erst mal nicht. Das ist immer so. Und wie kann ich mir meiner selbst dann sicher sein? Ich mache, nein, ich muß machen, was Nichtfilmverrückte als Zeitverschwendung ansehen. Ich muß eben dieses tun. Ich muß den Film ein zweites Mal ansehen.

Und dann bin ich meist traurig.

Denn selten werde ich dafür belohnt. Selten lohnt es sich also wirklich. Damit haben alle Nichtfilmverrückten Recht: Zeitverschwendung!

Doch wer sich selbst in sein (kleines, unbedeutendes) Unglück stürzt verschwendet nicht nur Zeit, sondern viel mehr. Er beraubt sich schöner, vielleicht bleibender, aber immer (oder meist) trügerischer und oberflächlicher Erinnerungen.

Aber, und das macht die Filmliebe so schön, er prägt. Er prägt seinen Geschmack, seinen Stil, seine Selbstsicherheit. Das ist, was bleibt und das ist, was zufrieden stellt. Sehr!

Sucker Punch

In action, drama on Januar 27, 2012 at 5:54 pm

OT: Sucker Punch, USA 2011, R, B: Zack Snyder, B: Steve Shibuya

Film – soll – Spaß – machen! Und schon ist aller Kritik vorgebaut. So einfach kann das sein (sic).

Treppab geht es leichter. Zumindest schneller. Daß dabei Blessuren nicht zu vermeiden sind, sollte klar sein. Macht ja auch nichts. Wer sich in den Kampf wagt, soll später auch davon berichten und seine Berichte idealerweise bildlich unterstützen können.

„Schau‘, was für eine Narbe, gell? Ja, da habe ich heftig gerungen.“

Gerungen habe ich vor allem mit mir. Und zwar mit meinen Vorurteilen, die ich eben so mit mir herumschleppe, als selbsternannter Filmliebhaber. Wie kann ich denn das, was der ideologische Führer der freidenkenden Generation Netz zweipunktnull, Spiegel-online als „sexistisches, dämliches und lachhaftes Machwerk“ bezeichnet, überhaupt ansehen?

Rein technisch gesehen, kein Problem. Und deswegen auch überstanden. Klar bleibt ein Teil des Hirns auf der Strecke, aber hey: wann bleibt es das denn mal nicht. Jetzt ist es auch schon egal. Spaß kann haben, der es will und der nicht immer zu sich selbst stehen muß.

Vielleicht, vielleicht auch nicht

In komödie, romantik on Januar 27, 2012 at 5:49 pm

OT: Definitely, Maybe, USA 2008 R, B: Adam Brooks

Wieder ein harter Arbeitstag. Zack! Und schon ist aller Kritik vorgebaut. So einfach kann das sein.

ABER, liebe Rollkragenträger: Eine tiefschürfende Diskussion über das Medium Film und seine politische Bedeutung kann nur der führen, der sich auch in die Niederungen wagt.

Viel diskutiert wird ja George Clooneys IDES OF MARCH. Aber wer ist denn schon Ryan Gosling? Der wahre Ryan ist Ryan Reynolds! Er verhilft schon Bill Clinton zu einem überragenden Sieg. Wahre Geschichte. Nichts verwaschen Fiktives. Aufstieg, Niedergang. Intrigen. Verrat. Eine bittersüße Liebesgeschichte und ein knuddeliges Gör.

Mensch Herr Clooney, da war ja wer schneller…

Der Teufel trägt Prada

In komödie, romantik on Januar 27, 2012 at 5:45 pm

OT: The Devil Wears Prada, USA 2006, R: David Frankel, B: Aline Brosh McKenna, Lauren Weisberger

Ich bin ein Mann. Und deswegen nehme ich mir auch mal heraus, seichte, für das weibliche Publikum ausgelegte Wohlfühlfilmchen zu goutieren.

Reichlich abgeschmackt liest sich das, sogar für mich. Ich lasse mich berieseln. Und das genießt sich am besten in einem warmen Sommerregen. Warum sollte ich mich freiwillig einem schweren, niederdrückenden Hagelsturm aussetzen. Und das an einem Abend nach einem harten Arbeitstag?

Ich lasse mich einlullen von Anne Hathaways Kugelaugen und kann mich dann doch erschrocken in die Arme der preisgekrönten Schauspielikone Meryl Streep flüchten. Alles doof liebe Cineasten, aber das wahre Glänzen kann man doch nur in einem Haufen Mist wirklich würdigen? Eben so ist Klaus Kinski eine Legende geworden! Und Stanley Tucci ist auch immer für eine billige Ausrede gut!

Pakt der Wölfe

In action, drama, horror on Januar 27, 2012 at 5:34 pm

OT: Le pacte des loups, FRA 2001, R: Christophe Gans, B: Stéphane Cabel

Hängen geblieben. Mal wieder. Und  warum? Weil ich es endlich verstehen will!

Wieso verbringen manche Menschen Stunden, Tage, Wochen damit kleinste, für sich kein Bild ergebende Stückchen zu einem großen Ganzen zu verbinden? Wegen dieses Ganzen? Mag sein.

Aber was, wenn man, sagen wir mal 142 Minuten damit verbringt kleinste Stückchen zu einem Ganzen zu verbinden, das dann aber irgendwie keinen Sinn ergeben will.

Ich habe ein Puzzle vor mir das laut Packung ein intensives, reichlich ausgestattetes Stilleben ergeben soll. Nun sitze ich also diese 142 Minuten auf meinem Po, stecke Teil um Teil zusammen, um am Ende zu erkennen, daß es sich doch um eine kubistische Darstellung des geschundenen und zerrissenen Leibes eines wenig majestätischen Löwen handelt. Wirr. Und noch wirrer: ich mache das regelmäßig wieder. Das sollte ich mal lassen…

Das Ende

In action, thriller on Januar 27, 2012 at 5:17 pm

OT: Assault on precinct 13, FRA/USA 2005, R: Jean-Francois Richet, B: James deMonaco, John Carpenter

Schon bei geschlossenen Augen ein Meisterwerk. Durchdringende Synthesizerklänge. Stakkatohafte Schläge treffen mich in meinem tiefsten Inneren. Es erschüttert mich. Läßt mich erschauern. Es löst eine Unruhe in mir aus, die kaum ein anderes Werk so in mir auszulösen im Stande ist.

Wie John Carpenter seine kühlen, irgendwie entrückt wirkenden Bilder zu unterstützen versteht, zeugt von seinem Talent. Ein Meister der Bild-Ton-Komposition in einem seiner stärksten Werke. Keine Identifikationsfiguren. Keine Sympathieträger. Keine Erklärungen. Der Zuschauer alleine gelassen in seiner Hilfslosigkeit. Kino!

Falscher Film? Ganz genau!