filmgedanken

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Cyborg

In action on Februar 28, 2012 at 8:30 pm

OT: Cyborg, USA 1989, R: Albert Pyun, B: (gibt sogar einen Autor) Kitty Chalmers

BEN X hat mich zum Nachdenken gebracht. Vielmehr hat mich ja das Nachdenken über BEN X und damit das Sinnieren über THE BIG BANG THEORY zum Nachdenken gebracht. Bin ich ein Nerd?

Was genau ist ein Nerd? Wer erfindet denn solche Begriffe? Ist das ähnlich wie bei rassistisch geprägten Schimpfworten, die irgendwann den Weg in die Sprache der betroffenen Gruppen finden und dort dann als Huldigung, als sinnbildend verstanden werden? Ist das aktuell gebräuchliche „Nerd“ ein Schimpfwort, oder darf ich es als selbstbetitelter Filmverrückter als Respekterweisung gebrauchen und verstehen?

Bin ich überhaupt so etwas wie ein Nerd? Vielleicht war ich es mal. Nicht, daß ich mich stark verändert hätte, aber der Begriff, der hat sich verändert. Ich kann zum Beispiel nicht von mir behaupten ich sei besonders modebewußt. Ich trage Jeans, Pulli und Shirts – anerkanntermaßen Nerd-shirts, aber das was heute als Nerdmode verstanden wird, das bediene ich wiederum nicht.

Keine Carohemden, keine Boots (ich bleibe heute mal im Slang), keine übergroße Brille mit breiter Fassung und Fensterglas. Gut, ich lasse mir so etwas wie einen Bart stehen, aber da spielt wohl die Faulheit die entscheidenste Rolle – kann man also auch nicht als gezielte Modeentscheidung werten.

Machen mich somit meine nicht von der Mainstreamkultur, aber von den eigentlichen Nerds im Wortsinn eben doch als Nerd-shirts betitelten Kleidungsstücke nun gerade nicht zu einem Nerd? Sehr verwirrend.

Nennen wir das Kind – also mich – doch einfach beim Namen: ich bin ein Freak, ein Geek, ein Kellerkind, ein Sonderling.

Und warum? Weil ich verdammt nochmal meine Freizeit damit verbringe echt schlechte Filme auf VHS (genug auf fremde Seiten verwiesen) in mieser Qualität und noch dazu in einer um 23,25 Minuten geschnittenen Fassung anzusehen. Und ich liebe es!

 

Ben X

In drama, romantik on Februar 28, 2012 at 8:20 pm

OT: BEN X, Belgien, Niederlande 2007, R, B: Nic Balthazar

Alle Welt – also zumindest die kleine Welt in meinem Umfeld – spricht von THE BIG BANG THEORY. Soll sie ruhig. Mir ist das egal. Ich finde keinen Zugang zu diesem Kunstprodukt.

Bin ich zu wenig Nerd, oder vielleicht sogar schon zu viel? Störe ich mich zurecht an der zu offensichtlich auf Zielgruppe getrimmten Reißbrettsit-com? Und um welche Zielgruppe ging es denn den Produzenten wirklich?

Woran ich mich sicher nicht zu Unrecht störe ist jedenfalls die aus dem Fachlexikon für Medizin herausgesponnene Figur des Sheldon Cooper – Verzeihung: Dr. Sheldon Cooper (damit keiner sagen kann, ich hätte es nicht versucht mich durch die Serie zu quälen)

Der junge Mann soll also am Aspergersyndrom leiden. Zumindest soll sein Umfeld darunter leiden, das ist ja dann auch viel witziger. Na gut. Und damit es auch zum Lachen taugt und nicht zu viel Mitgefühl im Zuschauer ausbricht darf dieser Dr. Sheldon Cooper auch immer wieder mal aus der Rolle fallen, wenn es die jeweilige Situation erfordert, oder nötig macht. Soll ja auch eine Sit-COM bleiben. Wenn der junge Mann in sich versunken jeder Kommunikation mit seinem Umfeld ausweichen würde, hätten die Autoren sicher einige Schwierigkeiten. Und die Serie wäre schon zu Beginn der ersten Folge der ersten Staffel brillant gescheitert. Also darf und muß dieser Aspergerpatient aus Produzentensicht munter drauflosquasseln.

Gut, vielleicht ist seine Erkrankung ja nicht allzu ausgeprägt, alles möglich. Aber warum um alles in der Welt kann man das als Zuschauer nicht glauben, bei all den gezeigten Ritualen, die festgefahrener scheinen, als bei jedem voll ausgeprägten Autisten?

Vielleicht tragen ja absurde Rituale zum Unterhaltungswert der Krankheit bei? Gut möglich. Soziale Interaktionsschwäche ist auch lustig. Kein Zweifel. Und Inselbegabungen, sowie -interessen werden ja auch täglich im Fernsehprogramm zum Amüsement bereit gestellt. Nichts Anderes passiert bei THE BIG BANG THEORY. Hier soll eine Sendung endlich einmal die etwas verrückt anmutenden Fanboys und Videospieler bedienen. Nette Idee. Aber eigentlich macht man sich doch nur über sie lustig.

Und diese, sehr subjektive Erkenntnis macht mich noch trauriger, als jedes Drama in dem das Aspergersyndrom besser und authentischer behandelt wird. Sehr tragisch und auch irgendwie verletzend.

Braveheart

In action, drama, romantik on Februar 21, 2012 at 7:25 pm

OT: Braveheart, USA 1995, R: Mel Gibson, B: Randall Wallace

Ich gehöre ja zu dieser Rasse, die sich Filme meist im Original ansieht. Nicht nur die englischsprachigen, sondern gerne auch asiatische, oder Gott behüte australische Produkte finden ihren Weg in meine Ohren und an meine Augen.

Ja, Augen. Gerade die asiatischen und auch letztgenannten Filme sind für mich ohne Untertitel nur schwer zu verfolgen.

Brechen tue ich dieses harte, selbst auferlegte Dogma nur in seltensten Fällen und diese werden lange diskutiert und durch eine Mehrheitsentscheidung abgelehnt, oder seltener gewährt.

Gewährt werden sie häufig bei meine Jugend prägenden Meilensteinen. Ganz vorne dabei das 70er Jahre Hysteriemärchen und der Mann mit dem Grübchen.Die kann ich mir einfach nicht im Original ansehen – zu oft habe ich sie als Kind auf deutsch genossen – und da hat auch dieses Kind wieder die Entscheidungshoheit. Und ein Kind kann und will keine Filme auf englisch verfolgen. Es will einfach nicht. Es schmollt dann lieber, als daß es klein bei geben würde.

Auch BRAVEHEART ist ein Film, den ich in meiner späten Jugend sehr ausufernd genossen habe. Anfangs noch auf Videokassettensicherheitskopie von einer Fernsehaustrahlung. Später dann auf Kopie dieser Kopie – die gute alte VHS sieht sich deutlich schneller tot, als die in die Jahre kommende DVD. Und auch das Verfolgen von heftiger Filmgewalt in Standbild und Zeitlupe nehmen einem die schwarzen Kassetten schnell übel.

Also jetzt eben mal wieder ein Versuch die albernen Regeln zu brechen und einen mich prägenden Film im Original zu sehen.

Was soll ich sagen? Das geht nicht!

Nicht, weil das Kind in meinem Inneren rebelliert hätte. Nein, nein. Ausgerechnet der um Authentizität bemühte Originaltonfanatiker in mir schreit so laut auf, daß ich im Bangen um mein Gehör schnell wieder auf die eigentlich verhasste, deutsche Tonspur wechseln muß.

Schotten im Original? Gerne!

Amerikaner im Original? Klar!

Australier im Original? Wenn sie sich Mühe geben, noch ok – zur Not eben mit Untertitel!

Aber Australier und Amerikaner, die sich an Etwas versuchen, was sie für Schottisch halten? Nee…

Der Feuerteufel

In drama, horror, thriller on Februar 21, 2012 at 7:15 pm

OT: Firestarter, USA 1984, R: Mark L. Lester, B: Stephen King, Stanley Mann

Wer viel Zeit – zu viel Zeit hat, der nutzt diese selten sinnvoll. Und wer dazu noch eine große Liebe hat, die schnell verfügbar ist, der gibt sich ihr auch häufig hin, selbst wenn er im Nachhinein weiß, daß es ihm nur in selten Fällen wirkliche Befriedigung verpassen kann.

So könnte ich ja jedes Mal beginnen, gebe ich zu, aber heute hat es einfach so gut gepaßt, wie selten zuvor. Nicht weil der entsprechende Film schlecht wäre, nö nö.

Aber der Vergleich! Der Vergleich von Film zu Film, der kann doch manchesmal überraschen und sogar schockieren. Und das geht eben nur, wenn einem viele, viele Filme bekannt sind.

Wenn man jetzt wieder mal die Boulevardpresse zu Rate zieht, oder zog, dann scheint es ja gar nicht unüblich zu sein, als Kinderstar in Hollywood irgendwann abzustürzen. So auch die süße Drew Berrymore.

Nun kann man darüber philosophieren wie man will. Andauernde Präsenz in der Öffentlichkeit, keine Möglichkeit eine normale und gesunde Kindheit zu verbringen, den Charakter zu festigen und zu bilden. Oder einfach mit alten Plattheiten, wie „Geld verdirbt den Charakter“. Alles möglich.

Aber wenn ich jetzt mal mein von Celluloid (und seit Längerem ja digitalen Clustern) verwirrtes Hirn bemühe, dann erklärt sich mir die Entfremdung der jungen Dame von sich selbst, ebenso: wie von selbst!

Wenn die Filmographie schon mit dem ersten Auftritt für den Irren Ken Russel beginnt – noch dazu, wenn man sich mal anschaut um welches Werk es sich handelt (übrigens auch sehr anschaubar…), dann verheißt die Zukunft für eine Fünfjährige sicher nichts Gutes.

Dann ein ganz früher Durchbruch mit großen Augen und doppelt süßem Niedlichbonus, neben einem verschrumpelten Desingunglück, wie es nur die 80er Jahre gebären konnten. Und sofort danach plötzlich eine neunjährige rachehungrige Pyromanin, der man ihre blanke Wut und nackte Verzweiflung in jeder Szene mehr als nur abkauft, dann wundert mich doch nichts mehr…

Der Adler der Neunten Legion

In action, drama on Februar 21, 2012 at 7:04 pm

OT: The eagle, USA 2011, R: Kevin Macdonald, B: Jeremy Brock, Rosemary Sutcliff

Geschmäcker sind ja sehr verschieden.

So fliehe ich gerne in eine romantisierte Frühzeit in der starke Männer in martialischen Rüstungen und mit klarem, unerschütterlichem Ego aufeinandertreffen um wichtige Fragen um Schwarz und Weiß mit blankem Stahl und scharfem Blick zu entscheiden wissen.

Da ich aber faul und zu alt bin um meine Wochenenden im Wald zu verbringen, möchte ich das nicht mehr leibhaftig tun. Die Zeiten in denen ich selbst in Rüstung und langem Haar durch den Schlamm von Bauern mit einfachem Zuverdienst gerobbt bin, sind einfach vorbei.

Ich lasse robben!

Und zwar nicht nur die anerkannten Stars wie Russel Crowe, Mel Gibson (bald aber auch hier), oder von mir aus auch Johnny Depp.

Auch die kleinen Nebenkriegsschauplätze des Genres verdienen immer und immer wieder meinen Blick. Eine Auflistung erspare ich mir.

Nur so viel: ob es Gene Kelly ist, der weniger durch, als viel mehr über den Schlamm tänzelt, oder eben auch ein immer wieder gern gesehener Sean Bean bei dem was er anscheinend am besten kann – ich mag den simplen, in seiner Mechanik durchschaubaren Mittelalterjungsfilm. Und da bin ich auch kein bißchen dogmatisch. Mir ist das egal, ob es sich tatsächlich um einen Mittelalterfilm handelt. Nennen wir das Kind einfach um und sagen Kostümfilm. Oder Kostümschinken? Egal…

Echte Männer im direkten Kampf mit Ihresgleichen. Schlamm, Blut und klare Weltbilder!

Das ist oft ordentlich doof, meist ziemlich unausgegoren und manchesmal sogar ordentlich schlecht, aber hey, tief in mir sitzt ein kleiner Junge der das einfach braucht und den armen, verträumten Kerl will ich nicht einfach bevormunden und ignorieren, wer weiß was der sonst so anstellen würde?

Ziemlich beste Freunde

In drama, Kino, komödie on Februar 19, 2012 at 5:42 pm

OT: Intouchables, FRA 2011, R, B: Olivier Nakache, Eric Toledano

Ach ist das jetzt schön. Und so befreiend. Ja fast schon einer Erlösung gleichkommend. Eine richtige Genugtuung. Ich kann mich endlich mal entspannen und erstmals in diesem Jahr froh über meine Entscheidung sein, keine Kritiken zu Filmen verfassen zu müssen!

Wahnsinnig erfolgreicher Film aus Frankreich, von jedem geliebt und auch tatsächlich, so scheint es, auch von jedem gesehen. Irre!

Schön, daß ich mich jetzt nicht damit aufhalten muß, zu erläutern warum ich den Film vielleicht nicht mag, oder doch sehr gut finde. Keine Notwendigkeit jedem, der sich hierher verirren sollte meine absolut unnötige Meinung kund zu tun. Kein Grund mich in selbstdarstellerischer Weise über einen Film aufzuregen, den eigentlich jeder mag, oder ein Machwerk in den Himmel zu loben, das es objektiv niemals verdient gehabt hätte – und mal ehrlich, genau so funktioniert Internetkritik doch, oder?

Es geht im Internet nicht um Opportunismus. Im Gegenteil! Möglichst streitbar sollte die eigene Meinung unters Volk gebracht werden. Dabei am besten immer in möglichst hochgestochenem Ton verfaßt und mit allerlei bildungsbürgerlichen Zitaten gespickt sein. Internetkritik ist selten objektiv, warum auch? Ein einzelner schreibt meist ja nur für sich selbst. Jede andere Überzeugung speist sich doch nur aus übersteigerter Selbstwahrnehmung.

Aber mal ehrlich: ich lese Internetkritiken gerne. Nicht, daß ich mir aus dem größten Teil davon eine Meinung bilden könnte, oder gar angeregt würde das ein oder andere Werk zu konsumieren. Das mal sicher nicht. Aber – und da bin ich wieder bei meinem Lieblingsthema – es macht einfach Spaß! Es amüsiert mich verirrte Schäfchen dabei zu beobachten, wie sie statt in den trockenen Stall, eine Klippe herunterrennen. Und witzigerweise dann doch wieder gegen alle ursprüngliche Idee: zusammen mit allen Anderen, wenn auch nicht Dieselbe. Blöd. Hätten die Hinteren wenigstens eine Überlebenschance gehabt…

Noch schöner dabei ist nur, daß auch ich nun mit diesem Text springe. In Sichtweite zu den Kritisierten – also bin auch ich jetzt Internetkritiker, verdammt.

– – –

Nach Recherche muß ich jetzt auch noch meine Tirade als widerlegt sehen! Internetkritiker – ob Profi, oder Amateur – sind doch alles opportunistische Schafe!!!

Damit fallen die später Springenden wenigstens weich!

X-Men: erste Entscheidung

In action, drama, komödie on Februar 19, 2012 at 4:40 pm

OT: X-Men: first class, R, B: Matthew Vaughn, B: Ashley Miller, Zack Stentz

Es steht ein Kinobesuch an – endlich mal wieder – und mit ein bißchen Glück, kann ich dann meine bislang erschreckende Bilanz in diesem Jahr ein bißchen aufbessern. Und wenn nicht ergebe ich mich einfach der Tatsache, daß ich eben nicht nach der Meinung einiger mir Nahestehender als Cineast, sondern eben „nur“ als Filmliebhaber zu bezeichnen bin. Das schließt auch simple Unterhaltungsware nicht aus. Und der absurden Illusion einiger Kritiker, Film – der ja schließlich Geld verschlingt und eben Dieses auch wieder zumindest einzuspielen hat – sei in erster Linie dem Kunstgedanken verschrieben und dürfe nicht unterhalten, mag ich mich nicht anschließen.

Was mich zum heutigen Werk führt.

Deutschland hat eine Handvoll großer Namen, die derzeit in Hollywood nicht nur mitmischen, sondern den Ausstoß an Neuem mitprägen – zur Qualität darf sich jeder sein eigenes Urteil bilden.

Aber das sind Regisseure, Komponisten, oder Techniker (sorry für die Schublade, aber das würde in aller Ausführlichkeit den Platz und sicher auch meinen Kopf sprengen).

Doch was ist denn aktuell mit Schauspielern aus „good ol‘ Germany“?

„Unser Mann in Hollywood“ ist aktuell laut einschlägiger Medien ja Michael Fassbender. Daß dieser neben seinem umwerfenden Kraftakt in HUNGER und hoffentlich auch wieder in SHAME doch auch nur ein Mensch sein dürfte, der in seiner Schauspielkunst vom Talent des zuständigen Regisseurs abhängig zu sein scheint, macht die Illusion Film eben doch wieder so schön bodenständig und enttarnt sich damit meist selbst als reines Unterhaltungsprodukt, mit dem in erster Linie verdient werden soll.

Und daß Fassbender ja eigentlich mehr Ire, als Deutscher ist, er aber dank weniger, stark akzentgeprägter Sätze in Interviews und in Ermangelung von Alternativen gerne von „uns“ vereinnahmt wird, ist ja auch eine ganz nette Geschichte.

Deutschland hat ein Startrauma. Der deutsche Film möchte eben doch gerne in den seichten Olymp der Unterhaltungsindustrie vorstoßen. Doch kaschiert er das meist wie ein trotziges Kind, indem dem Realismus gefrönt wird – über den Sinn und Erfolg dieser Idee wurde an anderer Stelle schon mal ein Gedanke verloren.

Man sucht sich also verzweifelt deutsche Abziehbilder, die es in Hollywood zu etwas „gebracht haben“, also auch mal den ein oder anderen längeren Satz in vielleicht mehr als zwei Filmen sagen durften. Doch so richtig üppig ist das Ergebnis dieser Suche selten. Zumindest heute.

Kurzer Platz für – nicht als vollständig zu sehendes – Namedropping:

Lorre, Dietrich, Jannings, Stahl, Brandauer, Fröbe, das war einmal.

Jetzt wird es abseitiger und damit auch anschaulich, was die Problematik der „modernen Zeiten“ betrifft:

Prochnow, Kretschmann, Brühl, Potente und Schweiger…

kurzer Platz für andächtiges Schweigen, oder was sonst noch so ein-, oder anfällt

Wenn Fassbender aber doch auf absehbare Zeit mehr als Ire erkannt werden sollte, dann haben wir ganz aktuell ja noch „unsere“ Diane.

Ein Verrücktes Paar – alt, verkracht und frisch verliebt

In drama, komödie, romantik on Februar 19, 2012 at 4:28 pm

OT: grumpy old men, USA 1993, R: Donald Petrie, B: Mark Steven Johnson

Über seichte Untarhaltungsware könnte ich ja mal so richtig vom Leder ziehen. Aber das jetzt erst zu tun, wäre nicht sehr glaubwürdig, nachdem ich mich in diesem Kalenderjahr 2012 ja bislang nicht unbedingt von Anspruch und Kunstgedanke habe erschlagen lassen.

Es käme auch meinen tatsächlichen Gedanken und – ja – Gefühlen zu diesem Film nicht nahe, wenn ich jetzt eine von oben herab initiierte Debatte über Film und seine Aufgaben lostreten sollte. Das mache ich mal zu einem anderen Zeitpunkt, wenn es noch weniger paßt und ich zum Beispiel im April mit noch größerem Schrecken zurückblicken werde.

Matthau und Lemon. Darum geht es hier ja eigentlich. Nicht um klassische Hollywoodgeschichten, sondern vielmehr um HollywoodGESCHICHTE!

Hier sanft und ohne Mühe zum Schmunzeln, Lächeln und gelegentlichem Lachen gebracht zu werden ist eine Freude. Und dennoch trägt mich ein stiller, ständig vorhandener Schluchzer sentimental durch die kurzweiligen 100 Minuten.

Zwei echte Freunde – so ich denn den einschlägigen Medien vertrauen möchte – harmonieren hier fast so herzlich miteinander, wie in ihren zugegebenermaßen fast durchgehend besseren, gemeinsamen Werken. Aber wurscht!

Echter Film, um mal ein wenig zu polemisieren, wird vom Zusammenspiel aus Bild und Ton getragen und entfaltet seine Magie aus allem Anderen als aus ellenlangen Dialogzeilen und zentraler Schauspielerplatzierung. Schauspieler sind eben doch meist Beiwerk, oder nötiges Übel – zumindest wenn sie geschwätzig agieren.

Aber schön ist es dennoch immer, wenn ich als Zuschauer einfach spüre, daß Künstler vor der Kamera harmonieren und sich damit eine gewisse Chemie entfaltet, die mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Und daß es nun die beiden tollen Komödiendarsteller nicht mehr gibt ist beim Sehen ihrer Werke ein bißchen traurig und stimmt mich sentimental. Das leistet nicht der Film – das leistet das Leben drumherum.

Klar trenne ich gerne Fiktion und Realität – gerade beim Film eine meiner Ansicht nach gesunde Taktik – aber manchesmal ist es auch für mich in Ordnung, dieses Dogma zu durchbrechen. Vor allem dann, wenn der Film, als eben solcher nicht genug funktioniert, aber so ist es eben oft bei reinen Unterhaltungsprodukten.