filmgedanken

Ein Verrücktes Paar – alt, verkracht und frisch verliebt

In drama, komödie, romantik on Februar 19, 2012 at 4:28 pm

OT: grumpy old men, USA 1993, R: Donald Petrie, B: Mark Steven Johnson

Über seichte Untarhaltungsware könnte ich ja mal so richtig vom Leder ziehen. Aber das jetzt erst zu tun, wäre nicht sehr glaubwürdig, nachdem ich mich in diesem Kalenderjahr 2012 ja bislang nicht unbedingt von Anspruch und Kunstgedanke habe erschlagen lassen.

Es käme auch meinen tatsächlichen Gedanken und – ja – Gefühlen zu diesem Film nicht nahe, wenn ich jetzt eine von oben herab initiierte Debatte über Film und seine Aufgaben lostreten sollte. Das mache ich mal zu einem anderen Zeitpunkt, wenn es noch weniger paßt und ich zum Beispiel im April mit noch größerem Schrecken zurückblicken werde.

Matthau und Lemon. Darum geht es hier ja eigentlich. Nicht um klassische Hollywoodgeschichten, sondern vielmehr um HollywoodGESCHICHTE!

Hier sanft und ohne Mühe zum Schmunzeln, Lächeln und gelegentlichem Lachen gebracht zu werden ist eine Freude. Und dennoch trägt mich ein stiller, ständig vorhandener Schluchzer sentimental durch die kurzweiligen 100 Minuten.

Zwei echte Freunde – so ich denn den einschlägigen Medien vertrauen möchte – harmonieren hier fast so herzlich miteinander, wie in ihren zugegebenermaßen fast durchgehend besseren, gemeinsamen Werken. Aber wurscht!

Echter Film, um mal ein wenig zu polemisieren, wird vom Zusammenspiel aus Bild und Ton getragen und entfaltet seine Magie aus allem Anderen als aus ellenlangen Dialogzeilen und zentraler Schauspielerplatzierung. Schauspieler sind eben doch meist Beiwerk, oder nötiges Übel – zumindest wenn sie geschwätzig agieren.

Aber schön ist es dennoch immer, wenn ich als Zuschauer einfach spüre, daß Künstler vor der Kamera harmonieren und sich damit eine gewisse Chemie entfaltet, die mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Und daß es nun die beiden tollen Komödiendarsteller nicht mehr gibt ist beim Sehen ihrer Werke ein bißchen traurig und stimmt mich sentimental. Das leistet nicht der Film – das leistet das Leben drumherum.

Klar trenne ich gerne Fiktion und Realität – gerade beim Film eine meiner Ansicht nach gesunde Taktik – aber manchesmal ist es auch für mich in Ordnung, dieses Dogma zu durchbrechen. Vor allem dann, wenn der Film, als eben solcher nicht genug funktioniert, aber so ist es eben oft bei reinen Unterhaltungsprodukten.

 

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