filmgedanken

Ben X

In drama, romantik on Februar 28, 2012 at 8:20 pm

OT: BEN X, Belgien, Niederlande 2007, R, B: Nic Balthazar

Alle Welt – also zumindest die kleine Welt in meinem Umfeld – spricht von THE BIG BANG THEORY. Soll sie ruhig. Mir ist das egal. Ich finde keinen Zugang zu diesem Kunstprodukt.

Bin ich zu wenig Nerd, oder vielleicht sogar schon zu viel? Störe ich mich zurecht an der zu offensichtlich auf Zielgruppe getrimmten Reißbrettsit-com? Und um welche Zielgruppe ging es denn den Produzenten wirklich?

Woran ich mich sicher nicht zu Unrecht störe ist jedenfalls die aus dem Fachlexikon für Medizin herausgesponnene Figur des Sheldon Cooper – Verzeihung: Dr. Sheldon Cooper (damit keiner sagen kann, ich hätte es nicht versucht mich durch die Serie zu quälen)

Der junge Mann soll also am Aspergersyndrom leiden. Zumindest soll sein Umfeld darunter leiden, das ist ja dann auch viel witziger. Na gut. Und damit es auch zum Lachen taugt und nicht zu viel Mitgefühl im Zuschauer ausbricht darf dieser Dr. Sheldon Cooper auch immer wieder mal aus der Rolle fallen, wenn es die jeweilige Situation erfordert, oder nötig macht. Soll ja auch eine Sit-COM bleiben. Wenn der junge Mann in sich versunken jeder Kommunikation mit seinem Umfeld ausweichen würde, hätten die Autoren sicher einige Schwierigkeiten. Und die Serie wäre schon zu Beginn der ersten Folge der ersten Staffel brillant gescheitert. Also darf und muß dieser Aspergerpatient aus Produzentensicht munter drauflosquasseln.

Gut, vielleicht ist seine Erkrankung ja nicht allzu ausgeprägt, alles möglich. Aber warum um alles in der Welt kann man das als Zuschauer nicht glauben, bei all den gezeigten Ritualen, die festgefahrener scheinen, als bei jedem voll ausgeprägten Autisten?

Vielleicht tragen ja absurde Rituale zum Unterhaltungswert der Krankheit bei? Gut möglich. Soziale Interaktionsschwäche ist auch lustig. Kein Zweifel. Und Inselbegabungen, sowie -interessen werden ja auch täglich im Fernsehprogramm zum Amüsement bereit gestellt. Nichts Anderes passiert bei THE BIG BANG THEORY. Hier soll eine Sendung endlich einmal die etwas verrückt anmutenden Fanboys und Videospieler bedienen. Nette Idee. Aber eigentlich macht man sich doch nur über sie lustig.

Und diese, sehr subjektive Erkenntnis macht mich noch trauriger, als jedes Drama in dem das Aspergersyndrom besser und authentischer behandelt wird. Sehr tragisch und auch irgendwie verletzend.

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