filmgedanken

Robocop

In action on April 20, 2012 at 6:05 am

OT: RoboCop, USA 1987, R: Paul Verhoeven, B: Edward Neumeier, Michael Miner

Selbstzweckhafte Gewaltdarstellung. Was ist das? Es existierten all die absurden und oftmals peinlichen Diskussionen – vorzugsweise im Internet – nicht in diesem Ausmaß, wenn es klare Vorgaben zur Interpretation von selbstzweckhafter Gewalt gäbe. Denken manche.

Aber es gibt klare Interpretationsgrundlagen. Und den schönsten möchte ich gerne mal in oberflächlicher und nicht endgültiger Art für mich selbst diskutieren.

Es geht um die Indizierung. Und vor allem soll es darum gehen, wann es ein Werk nicht treffen wird.

„der Inhalt ist als nicht jugendaffin anzusehen“

Ui! Was heißt denn das? Wenn ich mich an meine eigene Jugend zurückerinnere, dann gab es einfachste Mittel, mich als pickeligen Teenager zu begeistern. Neben Nacktheit und Monstern in jeglicher Ausführung war es vor allem eines. Nämlich Blut! Blut, Blut, Blut! Möchlichst reichlich und möglichst rot. Ich erinnere mich an die heute absurd und vorpubertär wirkenden Diskussionen über den blutigsten Film aller Zeiten. Eine Frage, die auch die heutige Jugend noch zu elektrisieren vermag. Schon ulkig. Von der heutigen Warte aus, wirken solche Überlegungen mit all ihren Argumenten nichtig und klein (vor allem über den Wolken). Wie konnte man denn als Kind nur so viel Zeit und Energie in die Suche nach der Antwort zu einer solchen Frage verpulvern? Wieso war selbst das sexuelle Erwachen nicht so spannend, wie die Befriedigung der Neugier des nach Filmblut lechzenden Jungspundes? Naja, Ersteres war schon ein bißchen spannender, aber mit mehr Mühe und Anstrengung verbunden, und beides mag man als schluffiger Teenager nicht sonderlich. Deswegen hält meine wackelige These in meinen Augen stand. So! Zurück zum Thema:

Ich kann das heute kaum noch nachvollziehen. Aber ich bewundere die Hartnäckigkeit, mit der man damals solchen Fragen nachgehen konnte. Und auch die Beständigkeit eben jener Frage. Denn wie ich erst neulich in einer Bahn des öffentlichen Nahverkehrs belauschen mußte (aufgrund der Stimmgewalt der jungen Herren und einer Dame – das hätte es früher nicht gegeben!) ist eben jene Frage nach dem blutigsten Film aller Zeiten weiterhin en vogue. Irgendwie bizarr, aber irgendwie auch sehr sehr schön. Manche Dinge ändern sich einfach nicht!

Und was ist jetzt keine selbstzweckhafte Gewaltdarstellung, wenn Blut und Morde an sich schon jugendaffin wirken?

 

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