filmgedanken

Archive for the ‘action’ Category

Bloodsport vs. Undisputed II

In action on Oktober 26, 2014 at 1:01 am

blood undisp2 OT: Bloodsport

OT: Undisputed 2 – Last man standing

USA 1988

USA 2006

R: Newt Arnold

R: Isaac Florentine

B: Sheldon Lettich, Christopher Cosby, Mel Friedman

B: Boaz Davidson, James Townsend, David N. White

Es spricht sich so leicht vom Segen der späten Geburt. Doch daß es in Sachen Musik, Kunst, Popkultur im Allgemeinen und damit natürlich auch Film einen Fluch dieser späten Geburt geben kann, denkt man erst mal nicht.
Wie soll ein armes Kind der 80er Jahre denn all die Filme nachholen, die es vor seiner aktiven Kuckzeit gab, wenn es dem aktuellen Ausschuß weltweit folgen können will?
Nicht nur, hat die Menge der produzierten Filme in den letzten Jahren enorm zugelegt, nein, auch führte die Globalisierung der Filmbeschaffung dazu, aus allen möglichen Ländern Produktionen beziehen zu können. Da kommt man einfach nicht hinterher und muß sich notgedrungen einigen, wenigen Genres zuwenden, oder auf Koplettierung verzichten und einfach nehmen was kommt.

Damit soll gleich mehrfach entschuldigend erklärt werden, wie es ein als Klassiker bezeichneter Film wie BLOODSPORT erst jetzt zu einer Sichtung meinerseits schaffen konnte. Ich gebe es zu: ich habe diesen frühen Van-Damme-Klopper, diese Blaupause für den Tournierfilm bisher verpaßt. Es ist nun mal eh nicht mein Genre. Gebe ich zu. Aber natürlich genieße ich stumpfe, harte Männerfilme. Und dieser sollte so einer sein.
Nun hat BLOODSPORT leider keinen Platz in meinem Herzen und damit das Pech von mir ganz objektiv betrachtet worden zu sein. Und was soll ich sagen?
Ich mag es ja, wenn Knochen gebrochen, Schädel zertrümmert, Hosen gedehnt und untrennbare Männerliebschaften geschlossen werden.
Aber so selten ich erwachsenen Männern dabei zusehen möchte, wie sie ihre Muskeln spielen, ihre Gegner durch den Ring fliegen und ihre Mimik entgleiten lassen, so wenig möchte ich das in verstaubter Form tun. Was liegt also näher, als den alten Helden noch einmal den zweifellos verdienten Respekt zusenden zu können? Sie für ihre Verdienste abzunicken und dann den neuen, sportlicheren und spektakuläreren Jungs der Neuzeit zuzusehen?
Van Damme war nie mein Held. Das waren und sind Andere. Wenn ich Körperbeherrschung, Geschwindigkeit und harte Treffer sehen möchte, dann eben vom neuen Mann dieser Liga.

Dieser Scott Adkins hat Es einfach. Dieses Wow-Gefühl, dieses Wie-geht-das-denn-Kopfschütteln, das bekannte Au! Leider aber zur falschen Zeit. In den 80er Jahren wäre er ein ganz ganz großer geworden. Heute dient er sich netter B-Filmunterhaltung an und hält als Fachmann dafür her andere gut aussehen zu lassen. So sind die Zeiten. Und so sehr es mich schmerzt, aber Adkins leidet unter ihm: dem Fluch der späten Geburt.

Old Boy

In action, drama, komödie, romantik, thriller on Oktober 26, 2014 at 12:02 am

oldboyOT: oldeuboi

RSK 2003

R: Chan-Wook Park

B: Garon Tsuchiya, Nobuaki Minegishi, Chan-Wook Park, Chun-Hyeong Lim, Jo-Yun Hwang, Joon-Hyung Lim

Ich habe die Zukunft gesehen!

Mittlerweile fast täglich. Sie umgibt mich. Durchdringt mich. Hält meine Filmwelt zusammen. Das was früher mein DVD-Regal war, ist heute in ständiger Bewegung. Auf der Datenautobahn. Nichts ist mehr greifbar und doch alles immer zu sehen. Sehr merkwürdig und für mich immer noch sehr verwirrend.

Schön sieht er immer noch aus. Dieser große Wurf des koreanischen Meisterregisseurs Park Chan-Wook. Ein bißchen krümelig vielleicht. Etwas kontrastarm. Verwaschen.
Natürlich krankt das sogenannte Streaming von Filmen noch. Es stockt. Es lädt nicht. Bricht plötzlich ab. Die Auflösung des gezeigten Bildes schwankt ständig. Es krümeln sich Artefakte über den Bildschirm und alles in allem macht es wenig Spaß und wird ohne Glasfasernetz sicher nicht lange existieren können.
Jedoch enttäuschte mich die Qualität nicht etwa über meine Telefonleitung. Ich hatte wieder einmal in mein Regal gegriffen und dachte ich wüßte was ich habe, wenn sich die DVD eines meiner Lieblingsfilme im Laufwerk dreht. Kann das sein? Südkorea ist nicht für billige Optik bekannt. Im Gegenteil. Also mal in die Zukunft geklickt.
Und dort liefert mir der Streamingdienst meines Vertrauens das Meisterwerk knackscharf. Flüssig. Kontrastreich. Absolut authentisch. Ohne Aussetzer. Wahnsinn!

Was wird das bedeuten? Soll ich meine Sammlung auflösen? Werde ich mich je wieder von meiner Couch erheben müssen?

Oder wird OLD BOY doch noch den Weg als Zukunftsmedium in mein Regal finden? Blu Ray? 4K höre ich hier flüstern.

Was sind wir Filmliebhaber dekadent geworden. Dagegen muß etwas unternommen werden. Wir sollten uns vereinigen. Gemeinsam gegen diesen alles verschlingenden Strudel der technischen Entwicklung rebellieren. Ich werde den ersten Schritt versuchen. Ich denke ich werde mal sehen, ob ich OLD BOY auf der nächsten Börse erstehen kann. Als Video!!!

The Prodigies

In action, drama, Kino, thriller on November 2, 2012 at 11:51 am

OT: the prodigies

BEL, FRA, UK, IND, CAN, LUX 2011, R: Antoine Charreyron, B: Alexandre de la Patellière, Matthieu Delaporte, Bernard Lenteric

Was hast Du nur für eine Entwicklung hinter Dir? Seit den „goldenen“ 50er Jahren treibst Du Dein Unwesen in den Kinosälen. Galtest als nette Spielerei und Jahrmarkttrick. Gerietst in Vergessenheit. Wurdest in den Nullfünferjahren wieder aus der Mottenkiste geklopft. Dank starker Vermarktung sorgtest Du für das Überleben des klassischen Kinos und konntest sogar dazu beitragen niedrigere Zuschauerzahlen in Kassenerfolge zu verzaubern.

Und jetzt sehnen sich die Menschen danach, Dich wieder loszuwerden. Sie wollen die Bilder wieder scharf und klar erkennen können. Wollen frei sein von Zusatzausrüstung. Und sind den Nasenflügelbrillenabdrücken überdrüssig.

Erst nahm der Absatz der Kopfschmerztablettenindustrie zu. Dank Dir!

Und nun sehen sich die Baumärkte unvorstellbarem Andrang ausgesetzt. Immer mehr Menschen wollen weg von der Wackelei. Sie kaufen wie verrückt. Sie kaufen Klebeband!

Heimkino gerettet. Doch was ist aus Dir geworden? Wie verläuft Dein Weg? Was wird aus Dir werden?

Chronicle – wozu bist Du fähig

In action, drama, Kino on Juni 15, 2012 at 11:43 am

OT: chronicle, UK, USA 2012, R,B: Josh Trank, B: Max Landis

Das schöne an dem von mir selbst sehr vage beschriebenen Konzept in diesem Blog erlaubt mir, auch mal haltlos Thesen aufstellen und unbelegt stehen zu lassen. Juhu! Klar ist das nicht sehr wissenschaftlich und sicher entziehe ich mich damit einer gewissen Verantwortung. Aber da zumindest kein Konzept zu einer Belehrung Dritter, oder zur Schaffung eines zitierfähigen Netzwerkes besteht kann mir das ja egal sein.

Dann mal los:

Große und bestimmende Teile der aktuellen Jugend werden immer konservativer. Klare Rollenverteilungen, das Konzept der klassischen Familie, bis hin zu extremen Überzeugungen vom Schutz des Eigentums und Heimatlandes werden vor allem in der Jugendkultur immer populärer. Natürlich nicht in einem plump offensiven Maß, wie es die CSU in Bayern gerne vertritt. Schlimmer noch. Regelrecht schleichend und subtil werden konservativste Lebensanschauungen in Werken proklamiert, die sich vordergründig mit typischen Teenagerproblemen, wie Bildung einer Partnerschaft, Selbstbild in einer sicheren Gruppen und vorsichtiger Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit beschäftigen.

Alle die jetzt schon wissen, was gemeint sein könnte, schreien jetzt TWILIGHT. Klar. TWILIGHT zu hassen gehört ja schon zum guten Ton. Auch eine interessante Entwicklung, die zeigt, wie ältere Generationen manipulierbar und in ihrer Meinung gleichschaltbar sind – vorzugsweise die Generation um die 30, die sich von der Jugendkultur offensiv distanzieren muß, da sie noch zu nah an ihr dran ist und lieber ihr Heil in der Flucht in die Kindheit sucht.

Aber das ändert ja nichts daran, daß wiedergekäuter Gedankenmüll aus dem nordamerikanischen Südwesten die Hirne vorzugsweise junger Mädchen auch in Deutschland zu vergiften droht.

Und Hollywood hat nun nach sicherlich langem Brainstorming nachgezogen, um auch die Jungs in dieser Schlinge festzuhalten. Ob das wohl jemand merkt?

Der 13te Krieger

In action, horror on Juni 2, 2012 at 6:44 pm

OT: the 13th warrior, USA 1999, R: John McTiernan, R,B: Michael Crichton, B: William Wisher Jr., Warren Lewis

Manchmal – und das kann durchaus häufiger sein – da landen Filme in meinem DVD-Laufwerk, die sich dort richtig gut auskennen müßten. So heimisch fühlen sich manche Filmträger dort, daß sie den Weg vom Regal ins Abspielgerät fast von alleine finden könnten – kämen sie problemlos aus ihrer Hülle.

Das alberne Jungsfilmchen von John McTiernan mit dem blöden letzten Drittel ist so ein Fall.

Warum schafft es ausgerechnet dieses Popcornfilmchen immer wieder in meinen Fernseher? Trotz offensichtlicher Schwächen.

Die billige Ausrede vom anstrengenden Arbeitstag und der Sehnsucht nach Entspannung und Seichtheit habe ich schon an früherer Stelle angebracht, sie soll also nicht wieder bemüht werden.

Vielmehr möchte ich kurz einmal darüber sinnieren, wie sehr ich mich bei einem Werk auf einzelne Szenen freuen mag. Selbst wenn jede einzelne Einstellung im Gesamtwerk keine Überraschung mehr bieten kann.

Die entsprechende Szene, oder besser Szenenfolge findet schon früh im Film statt und doch freue ich mich schon beim Einlegen der Disc darauf.

Klar ist DER 13. KRIEGER kein filmisches Meisterwerk, aber doch ein Beispiel für gelungene Montage und Schnitt. Wenn Antonio Banderas, dessen Rollenname mir jetzt deutlich zu lang ausfällt, um ihn frech aus dem Netz kopiert hier auszubreiten, durch Beobachtung und aufmerksames Zuhören langsam die Sprache der Nordmänner entschlüsselt, dann ist das einfach gut gemacht und erfreut mich immer wieder. Gut geschnitten, gut im Timing, gut gespielt von allen Beteiligten, gut geschrieben. Unabhängig von Realismus und Glaubwürdigkeit, es handelt sich ja schließlich um einen Actionfilm.

Und warum schaue ich dann den ganzen Film, wenn ich doch nach gut 30 Minuten ausmachen könnte? Die Antwort ist so einfach, wie erschütternd und offenbarend: Ich MUSS Filme bis zum Ende sehen. Ich bin ein Freak!

Außerdem mag ich so Schwertfilmchen. Ich glaub‘ ich hab’s schon mal erwähnt…

 

Planet der Affen: PrEvolution

In action, drama, thriller on April 20, 2012 at 6:10 am

OT: rise of the planet of the apes, USA 2011, R: Rupert Wyatt, B: Rick Jaffa, Amanda Silver, Pierre Boulle

Typecasting ist eine sichere Bank. Jedenfalls für die Produzenten eines Filmes. Besetzen die eine Rolle mit einem Darsteller, der eine vergleichbare Figur schon mehrfach verkörpern durfte, so können sie sich sicher sein, daß diese Besetzung zumindest die Zuschauer ins Kino treiben wird, die schon die vorhergegangenen Filme mit eben jenem Schauspieler goutiert haben. Eine breite Akzeptanz in der zahlenden Kundenschicht ist damit schon fast sicher.

Aber das Typecasting hat ein wenig abgenommen. Früher gab es DEN Westernhelden! Es gab DIE Sexbombe! Es gab DEN drolligen Sidekick (in US-Produktionen)! DIE Einmannarmee (allerdins in mehrfacher Ausführung und jeder gewünschten Konfektionsgröße). Das kann man nach Belieben fortsetzen.

DIE Einmannarmee gibt es heute auch noch. Sogar in modern – obwohl die alten Helden sich hartnäckig halten und ihr Erbe irgendwie nicht weitergeben wollen.

Es gibt immer wieder mal Schauspieler die in die typischen Muster zu passen scheinen, aber heutzutage ist es erstrebenswert eben nicht in die Konfektionsware zu passen. So versuchen selbst offensichtliche Typen gegen ihren Fluch anzuspielen. Nicht immer mit Erfolg. Ach was: so gut wie nie mit Erfolg!

Typecasting bezieht sich heute nicht mehr auf einen Typ der eine Hülle braucht. Es geht mehr um Kassenerfolge. Je nach Budget steht damit die Wahl von DER Pseudoindependentmagnet bis hin zu DER Sommerblockbustergarant.

Das klassische Typecasting stirbt ein wenig aus. Kann man begrüßen- ich betrauere es ein wenig. Nichts ist so schön, wie einfache und klare Weltbilder. Und dazu gehören nunmal auch eindimensionale Typen. Und die gehen mir heute ab.

Einen richtigen Typ scheint es aber noch zu geben. Kaum jemand kennt sein Gesicht, aber seine Schauspielkunst ist unbestritten. Es ist ja toll, daß dieser Ausnahmeschauspieler seine Erfolge hat, aber mal ganz ehrlich: wer will denn in allen Castingagenturen in der Kartei als DER Affe stehen?

Robocop

In action on April 20, 2012 at 6:05 am

OT: RoboCop, USA 1987, R: Paul Verhoeven, B: Edward Neumeier, Michael Miner

Selbstzweckhafte Gewaltdarstellung. Was ist das? Es existierten all die absurden und oftmals peinlichen Diskussionen – vorzugsweise im Internet – nicht in diesem Ausmaß, wenn es klare Vorgaben zur Interpretation von selbstzweckhafter Gewalt gäbe. Denken manche.

Aber es gibt klare Interpretationsgrundlagen. Und den schönsten möchte ich gerne mal in oberflächlicher und nicht endgültiger Art für mich selbst diskutieren.

Es geht um die Indizierung. Und vor allem soll es darum gehen, wann es ein Werk nicht treffen wird.

„der Inhalt ist als nicht jugendaffin anzusehen“

Ui! Was heißt denn das? Wenn ich mich an meine eigene Jugend zurückerinnere, dann gab es einfachste Mittel, mich als pickeligen Teenager zu begeistern. Neben Nacktheit und Monstern in jeglicher Ausführung war es vor allem eines. Nämlich Blut! Blut, Blut, Blut! Möchlichst reichlich und möglichst rot. Ich erinnere mich an die heute absurd und vorpubertär wirkenden Diskussionen über den blutigsten Film aller Zeiten. Eine Frage, die auch die heutige Jugend noch zu elektrisieren vermag. Schon ulkig. Von der heutigen Warte aus, wirken solche Überlegungen mit all ihren Argumenten nichtig und klein (vor allem über den Wolken). Wie konnte man denn als Kind nur so viel Zeit und Energie in die Suche nach der Antwort zu einer solchen Frage verpulvern? Wieso war selbst das sexuelle Erwachen nicht so spannend, wie die Befriedigung der Neugier des nach Filmblut lechzenden Jungspundes? Naja, Ersteres war schon ein bißchen spannender, aber mit mehr Mühe und Anstrengung verbunden, und beides mag man als schluffiger Teenager nicht sonderlich. Deswegen hält meine wackelige These in meinen Augen stand. So! Zurück zum Thema:

Ich kann das heute kaum noch nachvollziehen. Aber ich bewundere die Hartnäckigkeit, mit der man damals solchen Fragen nachgehen konnte. Und auch die Beständigkeit eben jener Frage. Denn wie ich erst neulich in einer Bahn des öffentlichen Nahverkehrs belauschen mußte (aufgrund der Stimmgewalt der jungen Herren und einer Dame – das hätte es früher nicht gegeben!) ist eben jene Frage nach dem blutigsten Film aller Zeiten weiterhin en vogue. Irgendwie bizarr, aber irgendwie auch sehr sehr schön. Manche Dinge ändern sich einfach nicht!

Und was ist jetzt keine selbstzweckhafte Gewaltdarstellung, wenn Blut und Morde an sich schon jugendaffin wirken?

 

Meet the feebles

In action, drama, romantik on April 11, 2012 at 6:13 am

OT: meet the feebles, NZ 1989, R, B: Peter Jackson, B: Danny Mulheron (!), Stephen Sinclair, Fran Walsh

Sehr geehrte Damen und Herren.

Gerne möchte ich die einmalige Gelegenheit wahrnehmen in Ihrem sehr ambitionierten neuen Werk eine Rolle zu bekleiden. Schon als ich hörte, wer kreativ alles beteiligt sein soll, war ich sehr interessiert. Auch die ersten Abrisse der Geschichte, die an die Öffentlichkeit geraten sind, faszinieren mich zutiefst. Ich bin absolut begeistert und davon überzeugt es mit einem die Filmwelt verändernden Meilenstein zu tun zu haben. Und die Möglichkeit daran teilzuhaben möchte ich auf keinen Fall verpassen.

Vielleicht sind meine Chancen auch dadurch günstig, daß ich schon mit dem verantwortlichen Regisseur zusammenarbeiten durfte. Nicht einfach in einer Statisten- oder Nebenrolle, nein, ich bekleidete die Hauptrolle in einem seiner wegweisensten Werke. Er war mit meiner Präsenz sehr zufrieden und unsere Zusammenarbeit war sehr fruchtbar und meine Darstellung gewann viele wichtige Preise.

Sie sehen also, ich bin wie prädestiniert für die Hauptrolle in Ihrem neuen Film.

Meine Rolle war vielschichtig angelegt. Eine klassische Außenseiterin, die erst im Verlauf des Filmes ihres eigenen Dramas gewahr werden durfte. Im Wandel von Fröhlichkeit zu tiefster Trauer durchlebte die von mir dargestellte Figur alle Höhen und Tiefen der menschlichen Gefühlswelten. Um richtig in meine Figur zu passen, mußte ich mich mit ihr so eng wie möglich identifizieren und nahm auch gut 20 Kilo zu.

Zu guter Letzt meisterte ich sämtliche künstlerische Herausforderungen an die Rolle und verbrachte einige Monate mit dem transsexuellen Martha Mutig, um mich auf die schwere Aufgabe eine Frauenrolle überzeugend dem Zuschauer zu verkaufen vorzubereiten.

Die Rolle der Heidi in Peter Jacksons MEET THE FEEBLES hat mich also perfekt für Hollywood und schwierige Charakterrollen vorbereitet. Sie werden noch viel von mir hören.

Mit Hochachtung,

Danny Mulheron

Doomsday – Tag der Rache

In action, thriller on April 11, 2012 at 6:12 am

OT: Doomsday, D, UK, RSA, USA 2008, R, B: Neil Marshall

Wer als Filmverrückter nicht gleich die Nase rümpft bei Filmen, die die niederen Gelüste erfreuen wollen, dem ist das sogenannte GRINDHOUSE ein Begriff. Beide dabei entstandenen Werke sind hübsche, kurzweilige Unterhaltung geworden und sprühen beide vor Spaß, den ihre Macher sicher bei ihrer Produktion empfunden haben dürften. Witzig eingentlich, wenn ich darüber nachdenke: inhaltlich ganz klare Exploitation, aber rein finanziell gesehen zuerst kein Erfolg.

Die Wellen, die die Werke in einer gewissen Fanszene geschlagen haben, spülten aber dann doch den ein oder anderen Nachzügler und -ahmer aus dem Matsch. Da man nie zum Sichten eines Films gezwungen wird – es sei denn man ist Kritiker, schon klar – begrüße ich diesen neuen, alten Mut zum Zitatenkino. Ich habe daran meistens meine Freude.

Einen entscheidenen Anteil am verspäteten auch monetären Erfolg des Produkts hatte sicher auch die Fake-Trailer-Reel zwischen den Filmchen. Da durften sich mal einige Filmemacher so richtig austoben. Verschroben, blutig, oder subtil. Alle gelungen.

Wie die Auswahl der entsprechenden Regisseure gefallen sein mag, kann nur spekuliert werden (es sei denn, jemand weiß mehr). Ein Eli Roth als Ziehkind eines Quentin Tarantino scheint eine logische Wahl. Auch ein Rob Zombie als alter Freund der „Familie“ sieht wie eine nachvollziehbare Besetzung aus. Und ja, auch die Ausspielung der Edgar Wright Karte ergibt Sinn. Schließlich ist das der Mann, der das Zombiefilmgenre zu neuem Leben erweckt und quasi im Alleingang dafür gesorgt hat, daß uns jetzt doch noch die Zombies sinnbildlich überschwemmen (verdammt seist Du!).

Daß dann aber trotzdem einige der fleißigsten Genre-, ja Exploitationfilmer übergangen wurden und sich dabei ganz schlecht gefühlt haben müssen ist wohl als Kollateralschaden zu vermelden. Schade irgendwie.

Die Trotzreaktion in Filmform überzeugt aber und wer weiß, vielleicht darf der gemütliche Brite ja doch noch mal ran. Ich fänds gut:

„Ich würde einen Trailer über einen Film namens BIG FOOT VS. JEDI machen, mit viel Blut!“ Die Hälfte hätte ich da schon…

Conan

In action, drama, romantik on März 29, 2012 at 5:33 pm

OT: conan the barbarian, USA 2011, R: Marcus Nispel, B: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer, Sean Hood, Robert E. Howard

Als Kind der 80er Jahre gibt es Vieles, was ich in den tiefsten Tiefen meiner geschundenen Seele für immer und ewig zu verstecken gedenke. Alleine der Gedanke an Schulterpolster, Spandexhosen und Vokuhilas läßt mich schaudern.

Aber es gibt sicher auch viele schöne Dinge, die es an den 80er Jahren zu mögen gilt. Ein tolles Jahrzehnt für Filme war es zum Beispiel. Ach ja…

Und ein Jahrzehnt in dem so Vieles möglich schien. Was es in diesem Jahrzehnt im Überfluß zu geben schien waren ja zum Beispiel Muskeln. Na klar!

Ein Arnold Schwarzenegger trat in das Leben von Millionen. Ich gebe zu, in mein Leben trat er rückwirkend schon 1979, aber im Großen und Ganzen und in Anbetracht der filmhistorischen Präsenz war es das Jahr 1982, in dem der – für Hollywoodverhältnisse – große Mann zu einem Begriff wurde. Geradezu zu einem Innbegriff für Kraft, Stärke, Männlichkeit (man denke nur an das Kinn) und sexuelle Anziehung (viele Frauen behaupten auch heute noch, sein Po als Terminator habe sie für immer für andere Männer verdorben). Wohlgemerkt das Alles für die 80er Jahre. Heute funktioniert das so nicht mehr.

Kraft und Stärke wirken nur noch in der Überwindung der Schwäche. Männlichkeit protzt heute nicht mehr. Sie findet ihren Ausdruck in intellektueller Überlegenheit und vielleicht Glatze. Und wohin es mit dem Sexappeal der Männer geht, das verstehen heute vielleicht noch die Optiker und der ein oder andere Holzfäller. Aber sicher nicht mehr der liebenswerte Steroiddealer aus der Muckibude von nebenan.

Dachte ich. Aber das ölige, kantige und selten augenzwinkernde Zurschaustellen von blanken Muskeln und markanten Kinnpartien erfährt ein Revival. Jason Momoa heißt es und tritt nicht nur in die Fußstapfen eines Arnold Schwarzeneggers, sondern ist auch eines der vielen Gesichter der phantastischen Serie GAME OF THRONES. Momoa steht in vorderster Front und führt die Reihen der vielen namenlosen Fleischberge in neue, kaum noch möglich erscheinende Glanzzeiten zurück. Geebnet hat diesen Weg zwar das latent homoerotische, faschistoide Einklebealbum bewegter Bilder von 300, aber jetzt und heute, in den 2010er Jahren ist es so lebendig wie nie.

Ich fürchte ja nur, daß das bedeuten wird, daß bald wieder Frauen in viel zu großen Anoracks und Hochwasserhosen die Straßen fluten und Männer zurück zu Karottenschnitthose und Hornbrille kehren könnten. Schreckliche Vorstellung.