filmgedanken

Archive for the ‘drama’ Category

Old Boy

In action, drama, komödie, romantik, thriller on Oktober 26, 2014 at 12:02 am

oldboyOT: oldeuboi

RSK 2003

R: Chan-Wook Park

B: Garon Tsuchiya, Nobuaki Minegishi, Chan-Wook Park, Chun-Hyeong Lim, Jo-Yun Hwang, Joon-Hyung Lim

Ich habe die Zukunft gesehen!

Mittlerweile fast täglich. Sie umgibt mich. Durchdringt mich. Hält meine Filmwelt zusammen. Das was früher mein DVD-Regal war, ist heute in ständiger Bewegung. Auf der Datenautobahn. Nichts ist mehr greifbar und doch alles immer zu sehen. Sehr merkwürdig und für mich immer noch sehr verwirrend.

Schön sieht er immer noch aus. Dieser große Wurf des koreanischen Meisterregisseurs Park Chan-Wook. Ein bißchen krümelig vielleicht. Etwas kontrastarm. Verwaschen.
Natürlich krankt das sogenannte Streaming von Filmen noch. Es stockt. Es lädt nicht. Bricht plötzlich ab. Die Auflösung des gezeigten Bildes schwankt ständig. Es krümeln sich Artefakte über den Bildschirm und alles in allem macht es wenig Spaß und wird ohne Glasfasernetz sicher nicht lange existieren können.
Jedoch enttäuschte mich die Qualität nicht etwa über meine Telefonleitung. Ich hatte wieder einmal in mein Regal gegriffen und dachte ich wüßte was ich habe, wenn sich die DVD eines meiner Lieblingsfilme im Laufwerk dreht. Kann das sein? Südkorea ist nicht für billige Optik bekannt. Im Gegenteil. Also mal in die Zukunft geklickt.
Und dort liefert mir der Streamingdienst meines Vertrauens das Meisterwerk knackscharf. Flüssig. Kontrastreich. Absolut authentisch. Ohne Aussetzer. Wahnsinn!

Was wird das bedeuten? Soll ich meine Sammlung auflösen? Werde ich mich je wieder von meiner Couch erheben müssen?

Oder wird OLD BOY doch noch den Weg als Zukunftsmedium in mein Regal finden? Blu Ray? 4K höre ich hier flüstern.

Was sind wir Filmliebhaber dekadent geworden. Dagegen muß etwas unternommen werden. Wir sollten uns vereinigen. Gemeinsam gegen diesen alles verschlingenden Strudel der technischen Entwicklung rebellieren. Ich werde den ersten Schritt versuchen. Ich denke ich werde mal sehen, ob ich OLD BOY auf der nächsten Börse erstehen kann. Als Video!!!

Escape – das Vermächtnis der Wikinger

In drama, thriller on Oktober 30, 2013 at 5:51 pm

 

escapeOT: Flukt

NOR 2012

R: Roar Uthaug

B: Thomas Moldestad

 

Wie leicht man sich doch täuschen läßt. Es ist manchmal wirklich beeindruckend. Über all die Jahre des meist stillen Konsums scheinen sich Betrachtungsweisen in einem verfestigt zu haben, die einem erst dann so richtig bewußt werden, wenn sie einen hinterrücks übertölpeln und mit aller Gewalt den Spiegel vorhalten.

Klischees sind ja im täglichen Sprachgebrauch etwas, was abschätzig genutzt wird um einem gegenüber – sei es Mensch, oder Werk – die immanente, verengte und verkrustete Weltsicht vorzuhalten.

Klischees erleichtern aber dem modernen Menschen auch den Umgang mit vielen kompliziert gewordenen Umständen, auf die er zwangsläufig stoßen wird, so er sich nicht ganz der Welt verschließt.

Klischees erlauben es einem simpel wirkende Sachverhalte schnell und ohne große Anstrengung abzuarbeiten und so Raum für die wichtig scheinenden Dinge und Entscheidungswege zu lassen.

Toll, wenn dann ein Filmchen daher kommt und den unbedarften Zuschauer – also mich – aufgrund von schlechter bis keiner Vorinformation im Regen aus zerspringenden Klischees stehen läßt.

Ist es einfach nur schlechtes Marketing, oder perfides Augenzwinkern der Erschaffer wenn alle halb aktiv aufnehmbaren Information zu Uthaugs Werk, wie Plakate, Cover und selbst Stills einen gänzlich anderen Eindruck über Handlung und Protagonisten vermitteln, als es der Film dann tut?

Gravity

In drama, Kino, thriller on Oktober 30, 2013 at 5:33 pm

gravityOT: Gravity

UK, USA 2013

R: Alfonso Cuarón

B: Alfonso Cuarón, Jonas Cuarón, George Clooney

 

Ich kann meiner zärtlichen Dauerbeziehung nicht genug danken, mich wieder auf den für mich erstrebenswerten Pfad der Tugend gebracht zu haben. Das Timing dafür hätte kaum besser sein können. Kaum auszudenken der verschnupfte Filmbetrachter, der ich sein kann hätte statt meiner diese Kinokarte gelöst. Nicht vorstellbar der über modern scheinende Kinotechnik die Nase rümpfende Kostverächter an meiner Linken hätte im Sessel gesessen. Aber beide haben Filmverbot und Kinoverbot sowieso.

Sollen die sich doch mit Drehbuchlücken und schmalzigen Enden herumschlagen. Umso besser für mich. Den kleingebliebenen und beeindruckbaren Filmnaivling. Dem bleiben Bilder. Bilder!

Nicht mal über Spannungserzeugung muß ich mich aufregen. Das übernehmen auch die Anderen. Was mich wie und warum in meinen Kinosessel drückt, mir den Atem stocken und die Augen übergehen läßt ist doch alleine mein Ding!

Ich lebe im Moment und nicht in den letzten Minuten von digitalen Inhalten. Kino ist und bleibt Magie! Mit durchschaubaren manipulativen Mitteln, aber das kann mir 90 Minuten lang doch wurscht sein. Soll Philip sich darum Gedanken machen.

LOVE

In drama, Kino on November 2, 2012 at 12:13 pm

OT: Love

USA 2011, R, B: William Eubank

Viele Diskussionen, gerade in der Jugend, drehen sich um die Frage wie sehr unsere Erbmasse uns determiniert. Uns bereits vorprogrammiert hat. Uns damit keine Möglichkeit bietet aus den vorgegebenen Mustern auszubrechen und zu einem vollwertigen Individuum zu werden. Wie weit bestimmt unsere Erbmasse unsere Entscheidungen, Fähigkeiten und Fehler?

Dazu wurde und wird viel gesagt, geschrieben, gebildet und gebloggt – natürlich. Doch ich werde sicher nicht damit anfangen das philosophische Roß zu besteigen und es über die Koppel der Belanglosigkeit hetzen, bis es tot umfällt. Schließlich wird es mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dabei unter sich begraben und mir mit seinem massigen Körper sämtliche Knochen im Leib brechen und die lebenswichtigen Organe irreparabel zerstören.

Außerdem find ich Pferde doof!

Was soll der Unsinn dann? Ganz einfach: ich mag des ein oder anderen Erbanteils in mir noch nicht gewahr worden sein, aber eines weiß ich mit Sicherheit. Etwas was mein Selbst bestimmt und mich zu dem macht, der ich bin!

Da mögen die Umstände noch so gut, die Raumtemperatur angenehm und mein Körper sich nach mehrtägiger Schändung noch so sehr danach verzehren. Es ist in meinem Genmaterial nicht angelegt. Es ist einfach nicht möglich.

Ich kann während eines Filmes nicht schlafen!

The Prodigies

In action, drama, Kino, thriller on November 2, 2012 at 11:51 am

OT: the prodigies

BEL, FRA, UK, IND, CAN, LUX 2011, R: Antoine Charreyron, B: Alexandre de la Patellière, Matthieu Delaporte, Bernard Lenteric

Was hast Du nur für eine Entwicklung hinter Dir? Seit den „goldenen“ 50er Jahren treibst Du Dein Unwesen in den Kinosälen. Galtest als nette Spielerei und Jahrmarkttrick. Gerietst in Vergessenheit. Wurdest in den Nullfünferjahren wieder aus der Mottenkiste geklopft. Dank starker Vermarktung sorgtest Du für das Überleben des klassischen Kinos und konntest sogar dazu beitragen niedrigere Zuschauerzahlen in Kassenerfolge zu verzaubern.

Und jetzt sehnen sich die Menschen danach, Dich wieder loszuwerden. Sie wollen die Bilder wieder scharf und klar erkennen können. Wollen frei sein von Zusatzausrüstung. Und sind den Nasenflügelbrillenabdrücken überdrüssig.

Erst nahm der Absatz der Kopfschmerztablettenindustrie zu. Dank Dir!

Und nun sehen sich die Baumärkte unvorstellbarem Andrang ausgesetzt. Immer mehr Menschen wollen weg von der Wackelei. Sie kaufen wie verrückt. Sie kaufen Klebeband!

Heimkino gerettet. Doch was ist aus Dir geworden? Wie verläuft Dein Weg? Was wird aus Dir werden?

The Theatre Bizarre

In drama, horror, Kino, thriller on Juni 15, 2012 at 3:10 pm

OT: the theatre bizarre, FRA, USA 2011, R: Jeremy Kasten, Tom Savini R,B: Douglas Buck, Buddy Giovinazzo, David Gregory, Karim Hussain, Richard Stanley B: Zach Chassler, Scarlett Amaris, Emiliano Ranzani, John Esposito

Es gibt sicher viele viele Nachteile ein Filmvielseher zu sein. Man achtet bewußt, oder unbewußt auf inszenatorische Fehler, kennt viele Storywendungen schon aufgrund der sich wiederholenden Schemata. Man wird immer wieder enttäuscht von zu hohen Erwartungen und kennt so gut wie jede Schauspielermarotte. Es ist ein Fluch.

Doch all das wird wieder dadurch wett gemacht, daß man so viele schöne Momente im Film erleben kann. Einer dieser Momente ist das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern in einem Rahmen, in dem man diese nicht erwartet hatte.

Jeder dieser sogenannten Cameos ist etwas Wunderbares. Eine Verneigung des Filmteams, allen voran des Regisseurs, vor den Freaks, den Nerds im Publikum. Wenn Lou Ferrigno als Wachmann durch die Schwingtüren tritt, Steven Spielberg Sandwich mampfend den Beamten gibt, oder als Rollstuhlfahrer nebst Fernsehmonitor durchs Bild fährt, Stan Lee (unter anderem) gaffend am Strand steht, Richard Dreyfuss Bier trinkend im See versinkt, Hugh Jackman Michael Fassbender und James McAvoy Zigarre rauchend anblafft, Cate Blanchett zweimal mit einem Mann verwechselt wird, Peter Jackson als Weihnachtsmann eine Hand durchbohrt oder R2D2 ganz absurd durch das verfeindete All fliegt, dann ist die Entdeckung dieser unkommentierten Kleinigkeiten, wie Weihnachten und Ostern zusammen – jedenfalls für den Filmfreak.

Wenn dann mal ein Film kommt, der an sich nicht so besonders erinnernswert wäre, aber die tolle Catriona MacCall in seinen Reihen stehen hat, dann freut sich auch das Filmherz eines italophilen Filmfreaks.

Ein richtiges kleines Glücksgefühl. Eines Spinners mit einem etwas übertriebenen Hobby. Aber wer möchte einem denn das schöne Gefühl von Glück madig machen?

Chronicle – wozu bist Du fähig

In action, drama, Kino on Juni 15, 2012 at 11:43 am

OT: chronicle, UK, USA 2012, R,B: Josh Trank, B: Max Landis

Das schöne an dem von mir selbst sehr vage beschriebenen Konzept in diesem Blog erlaubt mir, auch mal haltlos Thesen aufstellen und unbelegt stehen zu lassen. Juhu! Klar ist das nicht sehr wissenschaftlich und sicher entziehe ich mich damit einer gewissen Verantwortung. Aber da zumindest kein Konzept zu einer Belehrung Dritter, oder zur Schaffung eines zitierfähigen Netzwerkes besteht kann mir das ja egal sein.

Dann mal los:

Große und bestimmende Teile der aktuellen Jugend werden immer konservativer. Klare Rollenverteilungen, das Konzept der klassischen Familie, bis hin zu extremen Überzeugungen vom Schutz des Eigentums und Heimatlandes werden vor allem in der Jugendkultur immer populärer. Natürlich nicht in einem plump offensiven Maß, wie es die CSU in Bayern gerne vertritt. Schlimmer noch. Regelrecht schleichend und subtil werden konservativste Lebensanschauungen in Werken proklamiert, die sich vordergründig mit typischen Teenagerproblemen, wie Bildung einer Partnerschaft, Selbstbild in einer sicheren Gruppen und vorsichtiger Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit beschäftigen.

Alle die jetzt schon wissen, was gemeint sein könnte, schreien jetzt TWILIGHT. Klar. TWILIGHT zu hassen gehört ja schon zum guten Ton. Auch eine interessante Entwicklung, die zeigt, wie ältere Generationen manipulierbar und in ihrer Meinung gleichschaltbar sind – vorzugsweise die Generation um die 30, die sich von der Jugendkultur offensiv distanzieren muß, da sie noch zu nah an ihr dran ist und lieber ihr Heil in der Flucht in die Kindheit sucht.

Aber das ändert ja nichts daran, daß wiedergekäuter Gedankenmüll aus dem nordamerikanischen Südwesten die Hirne vorzugsweise junger Mädchen auch in Deutschland zu vergiften droht.

Und Hollywood hat nun nach sicherlich langem Brainstorming nachgezogen, um auch die Jungs in dieser Schlinge festzuhalten. Ob das wohl jemand merkt?

Sleep Tight

In drama, Kino, thriller on Juni 15, 2012 at 11:43 am

OT: mientras duermes, ESP 2011, R: Jaume Balaguero, B: Alberto Marini

Man kann ja meckern wie man will. Der amerikanischen Traumschmiede Hollywood kann ich mich einfach nicht entziehen. Klar schlägt mein Herz in erster Linie für den Film an sich. Und dazu gehört Hollywood ja nunmal – ist sogar stilbildend und essentiell für die gesamte Filmwelt. Jetzt kann ich mich natürlich als Cineats verkaufen wollen und behaupten, ich würde mich den Kommerzwerken nordamerikanischen Filmwesens verweigern. Dadurch sähe ich äußerst intellektuell aus und würde in bestimmten Kreisen sicher den ein oder anderen respektvollen Schulterklopfer, oder Chiantiglasaanstoßer auf mich ziehen. Das will ich aber gar nicht.

Ich genieße die kommerzielle Stangenware. Das mit der Zerstreuung nach einem harten Arbeitstag hatte ich schonmal anklingen lassen, denke ich. Doch nur diese meist recht seelenlos perfekten Werke lassen mein Herz nicht vor Freude hüpfen. Das tun unter anderem die Werke des deutschen Expressionismus, die Kunst eines Bergmann, die überstilisierten Genre-vorzeigewerke Italiens der 60er und 70er Jahre, deren dreckige, sozialkritisch subversive Western, oder die realistisch unangenehmen Thriller eines Alain Delon.

Klar bedeutet es weniger Mühe, mich durch die Großhandelsware der sogenannten Traumfabrik hindurchschieben zu lassen. Aber die Magie, die besondere Kraft die vom Film ausgeht erlebe ich bei den fast an Arbeit grenzenden, aufmerksamen Sichtungen des kantigen, beschwerlichen Films. Schön, daß das, was New Hollywood begründet hatte, sich nun fest in der nordamerikanischen Kultur verankert zu haben scheint. Nach gut 40 Jahren war es ja auch mal Zeit.

Schade, daß die Produktionsschmieden das wohl erkannt haben und nun gezielt das alternative Publikum bedienen und damit eigentlich zu betrügen versuchen – und meist gelingt es wohl auch.

Dann doch lieber wieder den nicht englischsprachigen Film genießen und sich wohlig an ihm reiben. Wie ein Wildschein an einem Baum…

Right at your door

In drama, thriller on Juni 2, 2012 at 7:01 pm

OT: right at your door, USA 2006, R,B: Chris Gorak

Es gibt Dinge des täglichen Gebrauchs, die man einfach im Haus zur steten Verfügung hat. Jederzeit. In einem durchschnittlichen Haushalt dürfte, mit wenigen Abweichungen stets dassellbe zu finden sein. Reinigungsmittel, Klebeband, Klo- und Backpapier sowie Frischhalte- und Klarsichtfolie. Unter anderem.

Wie viel man von den entsprechenden Artikeln zur Hand hat, dürfte von der eigenen Versorgungsparanoia und nicht zuletzt von der Größe des Haushalts und seiner Stauräume abhängen.

Vielleicht mag es ja den ein oder anderen etwas zwanghaften Zeitgenossen geben, der einem Sonderangebot nicht widerstehen konnte, oder gerne mal so wie Heinrich Lohse sein wollte. Schon möglich, aber sicher nicht die Norm – so es eine solche geben sollte.

Von oben erwähnten Dingen habe ich nur die gängigsten und nötigsten Mengen in der Hinterhand. Warum sollte ich denn auch 20 Rollen Klebeband und Frischhaltefolie lagern? Wer macht denn sowas?

 

The Nines

In drama, thriller on Juni 1, 2012 at 4:05 am

OT: the nines, USA 2007, R,B: John August

Mindfuck.

Ja, ich tue es wieder, ich werfe mit Wörtern um mich. Ich stelle sie frech in den Raum. Am besten so, daß der ein oder andere darüber stolpert, einen abfallenden Kommentar zur falschen Platzierung abgeben, oder zumindest pikiert die Nase darüber rümpfen mag.

Warum nicht?

Ich mache mir eben meine Gedanken, zu den Neologismen der Menschen. Warum, zum Beispiel ist eben der frech in die erste Zeile gestopfte Mindfuck gerade im Filmbereich, so positiv besetzt?

Ein Seelen-, Geistes-, Verstandes, Gedanken-, oder gar Ansichtengeschlechtsverkehr (so will es der Duden! Also: sic!). Das klingt nach nichts Gutem. Im Gegenteil.

Oder vielleicht doch nicht?

Verwirrend. Der Geschlechtsverkehr an sich gilt ja als die schönste Nebensache der Welt (auch kurz vor der Fußballeuropameisterschaft, wenn auch nicht bei jedem Zeitgenossen). Also doch etwas Gutes.

Aber dieser so ganz ohne Verhütung, ohne Sicherheit, oder Schutz der eigenen körperlichen Gesundheit? Oder in diesem Fall der geistigen?

Nicht gut.

Was denn nun? Warum soll der Mindfuck in der Kunst etwas Gutes sein? Kann er nicht auch etwas Schlechtes bedeuten? Totale Verwirrung unter rücksichtsloser Verunsicherung der Zuseher? Ist das etwas Gutes?

Kaum jemand wird sich trauen einem David Lynch zu unterstellen, er sei ein filmischer Stümper, der keine Handlung konzipieren kann und der seine Unfähigkeit hinter verschachtelten Bild- und Inhaltskompositionen zu verstecken sucht.

Zu groß sein Ansehen unter Filmkennern (?). Eher kritisiert, wenn auch in vergleichsweise kleinerem Maße verehrt ein Dario Argento (der übrigens das Drehbuch zu SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD verfaßt hat – so viel zu Untalent zum geschichtenerzählen).

Und jetzt die Kleinen, die Unbekannten, die ohne Reputation. Natürlich schlecht geschrieben und wirr. Ohne Sinn und deswegen zum Scheitern verurteilt von der harten Jury des Netzes und des Feuilletons. Man bringe einen Strick.