filmgedanken

Archive for the ‘Kino’ Category

Gravity

In drama, Kino, thriller on Oktober 30, 2013 at 5:33 pm

gravityOT: Gravity

UK, USA 2013

R: Alfonso Cuarón

B: Alfonso Cuarón, Jonas Cuarón, George Clooney

 

Ich kann meiner zärtlichen Dauerbeziehung nicht genug danken, mich wieder auf den für mich erstrebenswerten Pfad der Tugend gebracht zu haben. Das Timing dafür hätte kaum besser sein können. Kaum auszudenken der verschnupfte Filmbetrachter, der ich sein kann hätte statt meiner diese Kinokarte gelöst. Nicht vorstellbar der über modern scheinende Kinotechnik die Nase rümpfende Kostverächter an meiner Linken hätte im Sessel gesessen. Aber beide haben Filmverbot und Kinoverbot sowieso.

Sollen die sich doch mit Drehbuchlücken und schmalzigen Enden herumschlagen. Umso besser für mich. Den kleingebliebenen und beeindruckbaren Filmnaivling. Dem bleiben Bilder. Bilder!

Nicht mal über Spannungserzeugung muß ich mich aufregen. Das übernehmen auch die Anderen. Was mich wie und warum in meinen Kinosessel drückt, mir den Atem stocken und die Augen übergehen läßt ist doch alleine mein Ding!

Ich lebe im Moment und nicht in den letzten Minuten von digitalen Inhalten. Kino ist und bleibt Magie! Mit durchschaubaren manipulativen Mitteln, aber das kann mir 90 Minuten lang doch wurscht sein. Soll Philip sich darum Gedanken machen.

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Livid

In horror, Kino on November 2, 2012 at 12:31 pm

OT: Livide

FRA 2011, R, B: Alexandre Bustillo, Julien Maury

Der tiefe Seufzer

Voll Anmut schwebt ein Hauch von ihr heran
Umarmt die Seele als ein altbekannter Kamerad
Breitet ihre zarten Arme dann
Ums Herz und drückt so fest sie kann

Ein breites Grinsen reißt mich aus dem Traum
Der alte Freund entblättert sich zur Lüge
Es war so leicht auch zu durchschaun
Wie tief verbeugt sich doch der Film vor sich als Clown

Nun sitzt er da, entblöst und gräßlich fahl
Fast könnt man Mitleid mit ihm haben
wie schlecht tat ihm doch diese Wahl
So war es eine als Hommage nur schlecht erdachte Qual

LOVE

In drama, Kino on November 2, 2012 at 12:13 pm

OT: Love

USA 2011, R, B: William Eubank

Viele Diskussionen, gerade in der Jugend, drehen sich um die Frage wie sehr unsere Erbmasse uns determiniert. Uns bereits vorprogrammiert hat. Uns damit keine Möglichkeit bietet aus den vorgegebenen Mustern auszubrechen und zu einem vollwertigen Individuum zu werden. Wie weit bestimmt unsere Erbmasse unsere Entscheidungen, Fähigkeiten und Fehler?

Dazu wurde und wird viel gesagt, geschrieben, gebildet und gebloggt – natürlich. Doch ich werde sicher nicht damit anfangen das philosophische Roß zu besteigen und es über die Koppel der Belanglosigkeit hetzen, bis es tot umfällt. Schließlich wird es mich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dabei unter sich begraben und mir mit seinem massigen Körper sämtliche Knochen im Leib brechen und die lebenswichtigen Organe irreparabel zerstören.

Außerdem find ich Pferde doof!

Was soll der Unsinn dann? Ganz einfach: ich mag des ein oder anderen Erbanteils in mir noch nicht gewahr worden sein, aber eines weiß ich mit Sicherheit. Etwas was mein Selbst bestimmt und mich zu dem macht, der ich bin!

Da mögen die Umstände noch so gut, die Raumtemperatur angenehm und mein Körper sich nach mehrtägiger Schändung noch so sehr danach verzehren. Es ist in meinem Genmaterial nicht angelegt. Es ist einfach nicht möglich.

Ich kann während eines Filmes nicht schlafen!

The Prodigies

In action, drama, Kino, thriller on November 2, 2012 at 11:51 am

OT: the prodigies

BEL, FRA, UK, IND, CAN, LUX 2011, R: Antoine Charreyron, B: Alexandre de la Patellière, Matthieu Delaporte, Bernard Lenteric

Was hast Du nur für eine Entwicklung hinter Dir? Seit den „goldenen“ 50er Jahren treibst Du Dein Unwesen in den Kinosälen. Galtest als nette Spielerei und Jahrmarkttrick. Gerietst in Vergessenheit. Wurdest in den Nullfünferjahren wieder aus der Mottenkiste geklopft. Dank starker Vermarktung sorgtest Du für das Überleben des klassischen Kinos und konntest sogar dazu beitragen niedrigere Zuschauerzahlen in Kassenerfolge zu verzaubern.

Und jetzt sehnen sich die Menschen danach, Dich wieder loszuwerden. Sie wollen die Bilder wieder scharf und klar erkennen können. Wollen frei sein von Zusatzausrüstung. Und sind den Nasenflügelbrillenabdrücken überdrüssig.

Erst nahm der Absatz der Kopfschmerztablettenindustrie zu. Dank Dir!

Und nun sehen sich die Baumärkte unvorstellbarem Andrang ausgesetzt. Immer mehr Menschen wollen weg von der Wackelei. Sie kaufen wie verrückt. Sie kaufen Klebeband!

Heimkino gerettet. Doch was ist aus Dir geworden? Wie verläuft Dein Weg? Was wird aus Dir werden?

The Theatre Bizarre

In drama, horror, Kino, thriller on Juni 15, 2012 at 3:10 pm

OT: the theatre bizarre, FRA, USA 2011, R: Jeremy Kasten, Tom Savini R,B: Douglas Buck, Buddy Giovinazzo, David Gregory, Karim Hussain, Richard Stanley B: Zach Chassler, Scarlett Amaris, Emiliano Ranzani, John Esposito

Es gibt sicher viele viele Nachteile ein Filmvielseher zu sein. Man achtet bewußt, oder unbewußt auf inszenatorische Fehler, kennt viele Storywendungen schon aufgrund der sich wiederholenden Schemata. Man wird immer wieder enttäuscht von zu hohen Erwartungen und kennt so gut wie jede Schauspielermarotte. Es ist ein Fluch.

Doch all das wird wieder dadurch wett gemacht, daß man so viele schöne Momente im Film erleben kann. Einer dieser Momente ist das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern in einem Rahmen, in dem man diese nicht erwartet hatte.

Jeder dieser sogenannten Cameos ist etwas Wunderbares. Eine Verneigung des Filmteams, allen voran des Regisseurs, vor den Freaks, den Nerds im Publikum. Wenn Lou Ferrigno als Wachmann durch die Schwingtüren tritt, Steven Spielberg Sandwich mampfend den Beamten gibt, oder als Rollstuhlfahrer nebst Fernsehmonitor durchs Bild fährt, Stan Lee (unter anderem) gaffend am Strand steht, Richard Dreyfuss Bier trinkend im See versinkt, Hugh Jackman Michael Fassbender und James McAvoy Zigarre rauchend anblafft, Cate Blanchett zweimal mit einem Mann verwechselt wird, Peter Jackson als Weihnachtsmann eine Hand durchbohrt oder R2D2 ganz absurd durch das verfeindete All fliegt, dann ist die Entdeckung dieser unkommentierten Kleinigkeiten, wie Weihnachten und Ostern zusammen – jedenfalls für den Filmfreak.

Wenn dann mal ein Film kommt, der an sich nicht so besonders erinnernswert wäre, aber die tolle Catriona MacCall in seinen Reihen stehen hat, dann freut sich auch das Filmherz eines italophilen Filmfreaks.

Ein richtiges kleines Glücksgefühl. Eines Spinners mit einem etwas übertriebenen Hobby. Aber wer möchte einem denn das schöne Gefühl von Glück madig machen?

Chronicle – wozu bist Du fähig

In action, drama, Kino on Juni 15, 2012 at 11:43 am

OT: chronicle, UK, USA 2012, R,B: Josh Trank, B: Max Landis

Das schöne an dem von mir selbst sehr vage beschriebenen Konzept in diesem Blog erlaubt mir, auch mal haltlos Thesen aufstellen und unbelegt stehen zu lassen. Juhu! Klar ist das nicht sehr wissenschaftlich und sicher entziehe ich mich damit einer gewissen Verantwortung. Aber da zumindest kein Konzept zu einer Belehrung Dritter, oder zur Schaffung eines zitierfähigen Netzwerkes besteht kann mir das ja egal sein.

Dann mal los:

Große und bestimmende Teile der aktuellen Jugend werden immer konservativer. Klare Rollenverteilungen, das Konzept der klassischen Familie, bis hin zu extremen Überzeugungen vom Schutz des Eigentums und Heimatlandes werden vor allem in der Jugendkultur immer populärer. Natürlich nicht in einem plump offensiven Maß, wie es die CSU in Bayern gerne vertritt. Schlimmer noch. Regelrecht schleichend und subtil werden konservativste Lebensanschauungen in Werken proklamiert, die sich vordergründig mit typischen Teenagerproblemen, wie Bildung einer Partnerschaft, Selbstbild in einer sicheren Gruppen und vorsichtiger Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit beschäftigen.

Alle die jetzt schon wissen, was gemeint sein könnte, schreien jetzt TWILIGHT. Klar. TWILIGHT zu hassen gehört ja schon zum guten Ton. Auch eine interessante Entwicklung, die zeigt, wie ältere Generationen manipulierbar und in ihrer Meinung gleichschaltbar sind – vorzugsweise die Generation um die 30, die sich von der Jugendkultur offensiv distanzieren muß, da sie noch zu nah an ihr dran ist und lieber ihr Heil in der Flucht in die Kindheit sucht.

Aber das ändert ja nichts daran, daß wiedergekäuter Gedankenmüll aus dem nordamerikanischen Südwesten die Hirne vorzugsweise junger Mädchen auch in Deutschland zu vergiften droht.

Und Hollywood hat nun nach sicherlich langem Brainstorming nachgezogen, um auch die Jungs in dieser Schlinge festzuhalten. Ob das wohl jemand merkt?

Sleep Tight

In drama, Kino, thriller on Juni 15, 2012 at 11:43 am

OT: mientras duermes, ESP 2011, R: Jaume Balaguero, B: Alberto Marini

Man kann ja meckern wie man will. Der amerikanischen Traumschmiede Hollywood kann ich mich einfach nicht entziehen. Klar schlägt mein Herz in erster Linie für den Film an sich. Und dazu gehört Hollywood ja nunmal – ist sogar stilbildend und essentiell für die gesamte Filmwelt. Jetzt kann ich mich natürlich als Cineats verkaufen wollen und behaupten, ich würde mich den Kommerzwerken nordamerikanischen Filmwesens verweigern. Dadurch sähe ich äußerst intellektuell aus und würde in bestimmten Kreisen sicher den ein oder anderen respektvollen Schulterklopfer, oder Chiantiglasaanstoßer auf mich ziehen. Das will ich aber gar nicht.

Ich genieße die kommerzielle Stangenware. Das mit der Zerstreuung nach einem harten Arbeitstag hatte ich schonmal anklingen lassen, denke ich. Doch nur diese meist recht seelenlos perfekten Werke lassen mein Herz nicht vor Freude hüpfen. Das tun unter anderem die Werke des deutschen Expressionismus, die Kunst eines Bergmann, die überstilisierten Genre-vorzeigewerke Italiens der 60er und 70er Jahre, deren dreckige, sozialkritisch subversive Western, oder die realistisch unangenehmen Thriller eines Alain Delon.

Klar bedeutet es weniger Mühe, mich durch die Großhandelsware der sogenannten Traumfabrik hindurchschieben zu lassen. Aber die Magie, die besondere Kraft die vom Film ausgeht erlebe ich bei den fast an Arbeit grenzenden, aufmerksamen Sichtungen des kantigen, beschwerlichen Films. Schön, daß das, was New Hollywood begründet hatte, sich nun fest in der nordamerikanischen Kultur verankert zu haben scheint. Nach gut 40 Jahren war es ja auch mal Zeit.

Schade, daß die Produktionsschmieden das wohl erkannt haben und nun gezielt das alternative Publikum bedienen und damit eigentlich zu betrügen versuchen – und meist gelingt es wohl auch.

Dann doch lieber wieder den nicht englischsprachigen Film genießen und sich wohlig an ihm reiben. Wie ein Wildschein an einem Baum…

Rosewood Lane

In Kino, thriller on Juni 3, 2012 at 10:02 pm

OT: rosewood lane, USA 2012, R,B: Victor Salva

Ist es eine Angst, die jedem von uns innewohnt, oder eine die uns eingepflanzt wurde? Hat die Filmwelt uns dermaßen konditioniert, daß wir nachts verschwitzt und ängstlich beim Anblick eines jeden Jugendlichen mit Kapuzenpulli zusammenzucken? Oder nutzt diese Filmwelt unsere Angst vor den Hoodies frech aus, um uns in Angst und Schrecken zu versetzen?

Tatsache ist, daß der filmische Einsatz des einfachen Kleidungsstücks in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Beinahe inflationär prasseln die Bilder von jugendlichen Schlägern in Baumwolluniform auf uns ein. Ob in Fiktion, oder Realität spielt da fast schon keine Rolle mehr. Was kann man als unbedarfter Bürger daraus lernen?

Jeder Kapuzenpulliträger ist ein potentieller Gewalttäter? Aber hallo!

 

[rec]3

In horror, Kino, komödie, romantik on Juni 3, 2012 at 10:00 pm

OT: [rec]3 génesis, ESP 2012, R,B: Paco Plaza, B: Luiso Berdejo

Eine starke Filmmarke aufzubauen, sie bekannt zu machen und für sich selbst sprechen zu lassen ist eine große Herausforderung für jede Produktionsschmiede. Der Fan soll möglichst bedient werden. Dazu verleitet werden sein Geld zu geben, am besten ohne intensivere Prüfung der Qualität. Eine Marke läßt sich aber nur auf einem erfolgreichen Beginn starten. Wenn schon der erste Film keine Sau interessiert hat, warum sollte dann das Interesse an weiteren Folgen groß sein?

Viele Reihen sind irgendwann daran erstickt immer mehr bieten zu wollen als der direkte Vorgänger. Viele Marken funktionieren dank gutem Marketing besser als die dahinter stehenden Werke. HELLRAISER gilt als eine sehr mächtige, eben starke Horrorfilmmarke, obwohl die letzten – seien wir gnädig – sechs Filme allesamt ziemlich behäbig waren. Und da darf jetzt jeder nachrechnen und sich verwundert ob meiner Zählung am Kopf kratzen. Ob dem eigenen oder einem fremden steht jedem frei.

Auch die Marken HALLOWEEN, FREITAG 13te/JASON, NIGHTMARE, oder NORRIS (kein Scherz) klingen stärker, als die dahinterstehenden Filme es dann im Großen und Ganzen tatsächlich sind. Muß doch mal gesagt werden!

Das sind nun aber alles schon etwas betagtere Reihen.

Heute tauschen wir obige Namen einfach gegen SAW und HOSTEL aus – das Problem bleibt das gleiche.

Warum dann jetzt auch noch Produzenten meinen künstlich eine Marke generieren zu müssen, indem sie Drehbücher frech mit dem Stempel der eigenen Marke versehen steht wohl für die unveränderten Zustände der Unkreativität.

Aber auch schön zu sehen, daß sich manche Dinge nicht verändern über all die Jahre.

Hugo Cabret

In drama, Kino, komödie on April 11, 2012 at 6:10 am

OT: Hugo, USA 2011, R: Martin Scorsese, B: John Logan, Brian Selznick

Ich lebe in einer Touristenstadt. Was neben vielem Anderen dazu führt, daß man, sobald man sich ins historisch relevante und von neugierigen Kameralinsen durchzogene Zentrum wagt, Dinge in die Finger bekommt, die so gar keinen sinnvollen Zweck erfüllen wollen. Dazu gehören neben den obligatorischen Schlüsselanhängern in Lebkuchenform, wohl auch niedliche, kleine, altmodisch anmutende Dioramen, die Orte, oder sogar Ereignisse der fremden Stadtgeschichte ins eigene japanische, oder russische Wohnzimmer bringen sollen.

So etwas zu betrachten hat schon seinen ganz eigenen Charme. Zugegeben. Aber ohne jetzt die Stoppuhr in einem aufreibenden Selbstversuch bemühen zu müssen, kann ich doch schwer davon ausgehen, daß man sich an all der Niedlichkeit und Flachheit schnell sattgesehen haben dürfte. Flache Pappkameraden, stehen vor flachen Fassaden, Mauern und Büschen. Hintereinander, leicht versetzt um eine Illusion von Räumlichkeit hervorzurufen, die zwar funktionieren mag, aber doch schnell als simple Fingerübung, ja als Jahrmarktspielerei enttarnt ist.

Kein moderner Mensch zahlt heute Geld, um sich von Dioramen verzücken zu lassen. Schon gar nicht in einem Theater. Wir leben im Zeitalter der bewegten Bilder. Von so einer billigen Effekthascherei läßt sich doch heute keiner mehr hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervorziehen. Höchstens vielleicht mit einem Köder. Einen Hauch von Exklusivität muß er versprühen. Durch seinen Einsatz einen unausweichlichen Nutzen nach sich ziehen. Einen Aufpreis von bis zu fünf Euro muß er rechtfertigen. Hm… Ein Accessoire, wie es Menschen von heute unbedingt haben müssen. Was könnte das nur sein?