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Archive for the ‘komödie’ Category

Old Boy

In action, drama, komödie, romantik, thriller on Oktober 26, 2014 at 12:02 am

oldboyOT: oldeuboi

RSK 2003

R: Chan-Wook Park

B: Garon Tsuchiya, Nobuaki Minegishi, Chan-Wook Park, Chun-Hyeong Lim, Jo-Yun Hwang, Joon-Hyung Lim

Ich habe die Zukunft gesehen!

Mittlerweile fast täglich. Sie umgibt mich. Durchdringt mich. Hält meine Filmwelt zusammen. Das was früher mein DVD-Regal war, ist heute in ständiger Bewegung. Auf der Datenautobahn. Nichts ist mehr greifbar und doch alles immer zu sehen. Sehr merkwürdig und für mich immer noch sehr verwirrend.

Schön sieht er immer noch aus. Dieser große Wurf des koreanischen Meisterregisseurs Park Chan-Wook. Ein bißchen krümelig vielleicht. Etwas kontrastarm. Verwaschen.
Natürlich krankt das sogenannte Streaming von Filmen noch. Es stockt. Es lädt nicht. Bricht plötzlich ab. Die Auflösung des gezeigten Bildes schwankt ständig. Es krümeln sich Artefakte über den Bildschirm und alles in allem macht es wenig Spaß und wird ohne Glasfasernetz sicher nicht lange existieren können.
Jedoch enttäuschte mich die Qualität nicht etwa über meine Telefonleitung. Ich hatte wieder einmal in mein Regal gegriffen und dachte ich wüßte was ich habe, wenn sich die DVD eines meiner Lieblingsfilme im Laufwerk dreht. Kann das sein? Südkorea ist nicht für billige Optik bekannt. Im Gegenteil. Also mal in die Zukunft geklickt.
Und dort liefert mir der Streamingdienst meines Vertrauens das Meisterwerk knackscharf. Flüssig. Kontrastreich. Absolut authentisch. Ohne Aussetzer. Wahnsinn!

Was wird das bedeuten? Soll ich meine Sammlung auflösen? Werde ich mich je wieder von meiner Couch erheben müssen?

Oder wird OLD BOY doch noch den Weg als Zukunftsmedium in mein Regal finden? Blu Ray? 4K höre ich hier flüstern.

Was sind wir Filmliebhaber dekadent geworden. Dagegen muß etwas unternommen werden. Wir sollten uns vereinigen. Gemeinsam gegen diesen alles verschlingenden Strudel der technischen Entwicklung rebellieren. Ich werde den ersten Schritt versuchen. Ich denke ich werde mal sehen, ob ich OLD BOY auf der nächsten Börse erstehen kann. Als Video!!!

[rec]3

In horror, Kino, komödie, romantik on Juni 3, 2012 at 10:00 pm

OT: [rec]3 génesis, ESP 2012, R,B: Paco Plaza, B: Luiso Berdejo

Eine starke Filmmarke aufzubauen, sie bekannt zu machen und für sich selbst sprechen zu lassen ist eine große Herausforderung für jede Produktionsschmiede. Der Fan soll möglichst bedient werden. Dazu verleitet werden sein Geld zu geben, am besten ohne intensivere Prüfung der Qualität. Eine Marke läßt sich aber nur auf einem erfolgreichen Beginn starten. Wenn schon der erste Film keine Sau interessiert hat, warum sollte dann das Interesse an weiteren Folgen groß sein?

Viele Reihen sind irgendwann daran erstickt immer mehr bieten zu wollen als der direkte Vorgänger. Viele Marken funktionieren dank gutem Marketing besser als die dahinter stehenden Werke. HELLRAISER gilt als eine sehr mächtige, eben starke Horrorfilmmarke, obwohl die letzten – seien wir gnädig – sechs Filme allesamt ziemlich behäbig waren. Und da darf jetzt jeder nachrechnen und sich verwundert ob meiner Zählung am Kopf kratzen. Ob dem eigenen oder einem fremden steht jedem frei.

Auch die Marken HALLOWEEN, FREITAG 13te/JASON, NIGHTMARE, oder NORRIS (kein Scherz) klingen stärker, als die dahinterstehenden Filme es dann im Großen und Ganzen tatsächlich sind. Muß doch mal gesagt werden!

Das sind nun aber alles schon etwas betagtere Reihen.

Heute tauschen wir obige Namen einfach gegen SAW und HOSTEL aus – das Problem bleibt das gleiche.

Warum dann jetzt auch noch Produzenten meinen künstlich eine Marke generieren zu müssen, indem sie Drehbücher frech mit dem Stempel der eigenen Marke versehen steht wohl für die unveränderten Zustände der Unkreativität.

Aber auch schön zu sehen, daß sich manche Dinge nicht verändern über all die Jahre.

Hugo Cabret

In drama, Kino, komödie on April 11, 2012 at 6:10 am

OT: Hugo, USA 2011, R: Martin Scorsese, B: John Logan, Brian Selznick

Ich lebe in einer Touristenstadt. Was neben vielem Anderen dazu führt, daß man, sobald man sich ins historisch relevante und von neugierigen Kameralinsen durchzogene Zentrum wagt, Dinge in die Finger bekommt, die so gar keinen sinnvollen Zweck erfüllen wollen. Dazu gehören neben den obligatorischen Schlüsselanhängern in Lebkuchenform, wohl auch niedliche, kleine, altmodisch anmutende Dioramen, die Orte, oder sogar Ereignisse der fremden Stadtgeschichte ins eigene japanische, oder russische Wohnzimmer bringen sollen.

So etwas zu betrachten hat schon seinen ganz eigenen Charme. Zugegeben. Aber ohne jetzt die Stoppuhr in einem aufreibenden Selbstversuch bemühen zu müssen, kann ich doch schwer davon ausgehen, daß man sich an all der Niedlichkeit und Flachheit schnell sattgesehen haben dürfte. Flache Pappkameraden, stehen vor flachen Fassaden, Mauern und Büschen. Hintereinander, leicht versetzt um eine Illusion von Räumlichkeit hervorzurufen, die zwar funktionieren mag, aber doch schnell als simple Fingerübung, ja als Jahrmarktspielerei enttarnt ist.

Kein moderner Mensch zahlt heute Geld, um sich von Dioramen verzücken zu lassen. Schon gar nicht in einem Theater. Wir leben im Zeitalter der bewegten Bilder. Von so einer billigen Effekthascherei läßt sich doch heute keiner mehr hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervorziehen. Höchstens vielleicht mit einem Köder. Einen Hauch von Exklusivität muß er versprühen. Durch seinen Einsatz einen unausweichlichen Nutzen nach sich ziehen. Einen Aufpreis von bis zu fünf Euro muß er rechtfertigen. Hm… Ein Accessoire, wie es Menschen von heute unbedingt haben müssen. Was könnte das nur sein?

The Artist

In drama, Kino, komödie, romantik on April 6, 2012 at 6:00 am

OT: the artist, FRA, BEL 2011 R, B: Michel Hazanavicius

Welche Konsequenz mag die Filmwelt aus dem großen und mehr als überraschenden Erfolg ziehen?

Wird uns jetzt eine Welle von schwarz/weiß- Filmen überrollen? Verzichten zukünftige Regisseure und Produzenten auf aufwendige Tonschnitte und -erzeugung? Droht einer ganzen Profession der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit? Braucht der kommerzielle Film bald keine Toningenieure mehr? Werden wir unsere vielgeliebten Synchronsprecher nur noch in drittklassigen Fernsehproduktionen sehen und hören können?

Wäre schade drum. Wie viel Spaß können doch gute, oder zumindest ausgefallene Synchronarbeiten bieten. Hill und Spencer verdanken ihre Karierre ja zu großen Teilen der deutschen Filmsynchronisation. Ebenso DIE ZWEI Großartigen (ein Vergleich sagt mehr als, naja tausend Worte).

Um es auf den Punkt zu bringen: Rainer Brandt!

Was für ein Held und Bösewicht gleichermaßen. So viele denkwürdige Zitate von ihm geschaffen, phantastische Schimpfworte, die aus seiner Feder flossen, so viel Irrsinn in die Welt gebracht. Und immerhin der Erfinder des Bauchredens und Hinterkopfmonologisierens im Film. Eine leuchtende Ikone meiner Kindheit. Und mein bestes Argument gegen die Originaltonmanie – und damit ein bißchen gegen mich selbst.

So gut, wie zu seiner Zeit waren Synchronarbeiten nie wieder. Vielleicht ist es deshalb auch nicht schade um deren drohenden Niedergang. Und auch die ein oder andere Stimme – egal ob synchronisiert, oder original – werde ich nicht vermissen.

Nur eine Frage, die mich sehr beschäftigt. Die mir Angst macht und mir den Schlaf raubt.

 

Wird Till Schweiger jetzt doch noch eine Weltkarriere starten können?

 

The Artist

In drama, Kino, komödie, romantik on März 29, 2012 at 6:11 pm

OT: the artist, FRA, BEL 2011 R, B: Michel Hazanavicius

Es gibt Multiplexkinos. Steril (nicht unbedingt von der Sauberkeit her, schon klar), gesichtslos. Rein auf den finanziellen Erfolg und das Durchschleusen von Hunderschaften an zahlungsfreudigen Gästen ausgelegt.

Wahre Filmfreunde begeben sich selten und nur unter Druck in diese Äquivalente der modernen Massentierhalung und lassen sich dementsprechend auch nicht mit der vorgesetzten Massenware abspeisen. Der geneigte Filmfreund, der sich selbst als Connaisseur, ja Liebhaber der Filmkunst versteht begibt sich nicht in diesen Schmutz zum Pöbel. Er kleidet sich in seinen edelsten Rollkragenpullover, rückt die Hornbrille (ich entdecke da ein Muster) zurecht und zwingt den Partner seiner Wahl zur Begleitung – irgendwer muß sich ja im Anschluß (wenn es wenigstens der Anschluß wäre) die philosophisch entrückten Deutungskonstrukte anhören und honorieren. Man applaudiert sich schließlich nicht selbst.

Derart gerüstet wagt man also den Weg – mit umweltschonenden öffentlichen Verkehrsmitteln versteht sich – in das kommunale Programmkino.

Hier wird Filmkunst noch zelebriert. Hier lächeln einem die Filmsternchen besserer Zeiten von den Wänden entgegen. Als Kino noch bewundert wurde. Als der wohlige Geruch von Zigarren, Whiskey und Zelluloid noch die Luft erfüllte. Hier wird Film geliebt. Hier ist der Cineast zu Hause. Hier bangt der Besitzer jeden Monat aufs Neue um seine Existenz. Es ist so romantisch.

Versteht sich ja von selbst, daß man es hier mit den besseren Menschen der Gesellschaft zu tun bekommt. Hier gibt es keine gegen die Kinosessellehne tretenden Pennäler. Keine popcornknuspernden Störenfriede. Keine mit dem Mobiltelephon spielenden Jugendlichen. Niemand der im Kino flüstert. So schön.

In so einer Welt würde ich gerne leben. Ich möchte einen mutigen und erstaunlich hochgelobten Film in all seiner Größe, seiner Genialität genießen. Ich möchte so gerne in meinen Seh- und Hörgewohnheiten herausgefordert werden. Ganz den Bildern, der Musik folgend möchte ich in der Leinwand verloren gehen und mich in einem ganz eigenen Leben wiederfinden.

Tja, das kann ich dann wohl nur noch zu Hause. Oder vielleicht doch eher wieder in einem Multiplexkino. Da kann ich in all der geschaffenen Isolation nämlich auch mal meinen Nachbarn zurechtweisen, wenn er laufend in den Film quatscht, ohne gleich eine Diskussion über mich ergehen lassen zu müssen. Der klassische Multiplexgast schafft das schließlich kaum.

Was ist denn mit den Menschen los? Müssen sie in einen Film rennen, der sie objektiv betrachtet überhaupt nicht interessiert, bloß weil er so viele Preise abräumt? Nur um dann über den Wurmbefall ihrer Hauskatze – Johanna mit Namen – zu reden? Sogar zu schnarchen und Popcorn über drei Sesselreihen hinweg zu reichen?

Schön, daß sich dann der ein oder andere in seiner Ignoranz wie zum Hohn sogar den Film zu loben traut, den er kaum wirklich verfolgt haben kann.

So nahe an einem Duchovny war ich wirklich noch nie…

Vorne ist verdammt weit weg

In komödie on März 29, 2012 at 5:36 pm

OT: Vorne ist verdammt weit weg, D 2007, R, B: Thomas Heinemann, B: Frank-Markus Barwasser

Was macht denn eigentlich einen Film zu einem bösen Film?

Zynismus? Gewalt? Grenzüberschreitung? Ein Lächeln zum falschen Zeitpunkt?

Und was ist denn eigentlich „böse“?

Keine Sorge, ich werde jetzt hier keine philosophische Abhandlung über das Böse an sich und seine in uns allen schlafende Form über das Internet ergießen. Damit ist das arme Ding schon zur Genüge gefüllt und ich will auf keinen Fall der berühmte Tropfen sein, der es zum Überlaufen, oder Platzen bringt.

Oder doch? Wäre das, mal abgesehen von der absurden Idee es könnte vielleicht sogar klappen nicht sehr böse? Das reine Böse?

Wenn ich mir das vorstelle: mein Name, für immer und alle Zeiten mit der Zerstörung des Internets verbunden. Das reinste Böse mit meinem Namen verwoben. Untrennbar. Mein Bild im Lexikon zum Eintrag „böse“.

Wow. Das ist nicht böse. Das ist diabolisch. Aber, und jetzt kommt der Knackpunkt, wenn mir das gelänge, könnte es ja kaum einer erfassen. Mein Name würde ziel- und planlos durch die Köpfe einiger Weniger schwirren und nicht für immer bestehen, sondern im entstehenden Chaos auf nimmer wiedersehen versinken. Das war es dann mit der Berühmtheit. Außerdem gibt es klassische Lexika ja gar nicht mehr. Damit ist der Traum geplatzt.

Konsequenz: ich mach es dann mal nicht.

Ziemlich beste Freunde

In drama, Kino, komödie on Februar 19, 2012 at 5:42 pm

OT: Intouchables, FRA 2011, R, B: Olivier Nakache, Eric Toledano

Ach ist das jetzt schön. Und so befreiend. Ja fast schon einer Erlösung gleichkommend. Eine richtige Genugtuung. Ich kann mich endlich mal entspannen und erstmals in diesem Jahr froh über meine Entscheidung sein, keine Kritiken zu Filmen verfassen zu müssen!

Wahnsinnig erfolgreicher Film aus Frankreich, von jedem geliebt und auch tatsächlich, so scheint es, auch von jedem gesehen. Irre!

Schön, daß ich mich jetzt nicht damit aufhalten muß, zu erläutern warum ich den Film vielleicht nicht mag, oder doch sehr gut finde. Keine Notwendigkeit jedem, der sich hierher verirren sollte meine absolut unnötige Meinung kund zu tun. Kein Grund mich in selbstdarstellerischer Weise über einen Film aufzuregen, den eigentlich jeder mag, oder ein Machwerk in den Himmel zu loben, das es objektiv niemals verdient gehabt hätte – und mal ehrlich, genau so funktioniert Internetkritik doch, oder?

Es geht im Internet nicht um Opportunismus. Im Gegenteil! Möglichst streitbar sollte die eigene Meinung unters Volk gebracht werden. Dabei am besten immer in möglichst hochgestochenem Ton verfaßt und mit allerlei bildungsbürgerlichen Zitaten gespickt sein. Internetkritik ist selten objektiv, warum auch? Ein einzelner schreibt meist ja nur für sich selbst. Jede andere Überzeugung speist sich doch nur aus übersteigerter Selbstwahrnehmung.

Aber mal ehrlich: ich lese Internetkritiken gerne. Nicht, daß ich mir aus dem größten Teil davon eine Meinung bilden könnte, oder gar angeregt würde das ein oder andere Werk zu konsumieren. Das mal sicher nicht. Aber – und da bin ich wieder bei meinem Lieblingsthema – es macht einfach Spaß! Es amüsiert mich verirrte Schäfchen dabei zu beobachten, wie sie statt in den trockenen Stall, eine Klippe herunterrennen. Und witzigerweise dann doch wieder gegen alle ursprüngliche Idee: zusammen mit allen Anderen, wenn auch nicht Dieselbe. Blöd. Hätten die Hinteren wenigstens eine Überlebenschance gehabt…

Noch schöner dabei ist nur, daß auch ich nun mit diesem Text springe. In Sichtweite zu den Kritisierten – also bin auch ich jetzt Internetkritiker, verdammt.

– – –

Nach Recherche muß ich jetzt auch noch meine Tirade als widerlegt sehen! Internetkritiker – ob Profi, oder Amateur – sind doch alles opportunistische Schafe!!!

Damit fallen die später Springenden wenigstens weich!

X-Men: erste Entscheidung

In action, drama, komödie on Februar 19, 2012 at 4:40 pm

OT: X-Men: first class, R, B: Matthew Vaughn, B: Ashley Miller, Zack Stentz

Es steht ein Kinobesuch an – endlich mal wieder – und mit ein bißchen Glück, kann ich dann meine bislang erschreckende Bilanz in diesem Jahr ein bißchen aufbessern. Und wenn nicht ergebe ich mich einfach der Tatsache, daß ich eben nicht nach der Meinung einiger mir Nahestehender als Cineast, sondern eben „nur“ als Filmliebhaber zu bezeichnen bin. Das schließt auch simple Unterhaltungsware nicht aus. Und der absurden Illusion einiger Kritiker, Film – der ja schließlich Geld verschlingt und eben Dieses auch wieder zumindest einzuspielen hat – sei in erster Linie dem Kunstgedanken verschrieben und dürfe nicht unterhalten, mag ich mich nicht anschließen.

Was mich zum heutigen Werk führt.

Deutschland hat eine Handvoll großer Namen, die derzeit in Hollywood nicht nur mitmischen, sondern den Ausstoß an Neuem mitprägen – zur Qualität darf sich jeder sein eigenes Urteil bilden.

Aber das sind Regisseure, Komponisten, oder Techniker (sorry für die Schublade, aber das würde in aller Ausführlichkeit den Platz und sicher auch meinen Kopf sprengen).

Doch was ist denn aktuell mit Schauspielern aus „good ol‘ Germany“?

„Unser Mann in Hollywood“ ist aktuell laut einschlägiger Medien ja Michael Fassbender. Daß dieser neben seinem umwerfenden Kraftakt in HUNGER und hoffentlich auch wieder in SHAME doch auch nur ein Mensch sein dürfte, der in seiner Schauspielkunst vom Talent des zuständigen Regisseurs abhängig zu sein scheint, macht die Illusion Film eben doch wieder so schön bodenständig und enttarnt sich damit meist selbst als reines Unterhaltungsprodukt, mit dem in erster Linie verdient werden soll.

Und daß Fassbender ja eigentlich mehr Ire, als Deutscher ist, er aber dank weniger, stark akzentgeprägter Sätze in Interviews und in Ermangelung von Alternativen gerne von „uns“ vereinnahmt wird, ist ja auch eine ganz nette Geschichte.

Deutschland hat ein Startrauma. Der deutsche Film möchte eben doch gerne in den seichten Olymp der Unterhaltungsindustrie vorstoßen. Doch kaschiert er das meist wie ein trotziges Kind, indem dem Realismus gefrönt wird – über den Sinn und Erfolg dieser Idee wurde an anderer Stelle schon mal ein Gedanke verloren.

Man sucht sich also verzweifelt deutsche Abziehbilder, die es in Hollywood zu etwas „gebracht haben“, also auch mal den ein oder anderen längeren Satz in vielleicht mehr als zwei Filmen sagen durften. Doch so richtig üppig ist das Ergebnis dieser Suche selten. Zumindest heute.

Kurzer Platz für – nicht als vollständig zu sehendes – Namedropping:

Lorre, Dietrich, Jannings, Stahl, Brandauer, Fröbe, das war einmal.

Jetzt wird es abseitiger und damit auch anschaulich, was die Problematik der „modernen Zeiten“ betrifft:

Prochnow, Kretschmann, Brühl, Potente und Schweiger…

kurzer Platz für andächtiges Schweigen, oder was sonst noch so ein-, oder anfällt

Wenn Fassbender aber doch auf absehbare Zeit mehr als Ire erkannt werden sollte, dann haben wir ganz aktuell ja noch „unsere“ Diane.

Ein Verrücktes Paar – alt, verkracht und frisch verliebt

In drama, komödie, romantik on Februar 19, 2012 at 4:28 pm

OT: grumpy old men, USA 1993, R: Donald Petrie, B: Mark Steven Johnson

Über seichte Untarhaltungsware könnte ich ja mal so richtig vom Leder ziehen. Aber das jetzt erst zu tun, wäre nicht sehr glaubwürdig, nachdem ich mich in diesem Kalenderjahr 2012 ja bislang nicht unbedingt von Anspruch und Kunstgedanke habe erschlagen lassen.

Es käme auch meinen tatsächlichen Gedanken und – ja – Gefühlen zu diesem Film nicht nahe, wenn ich jetzt eine von oben herab initiierte Debatte über Film und seine Aufgaben lostreten sollte. Das mache ich mal zu einem anderen Zeitpunkt, wenn es noch weniger paßt und ich zum Beispiel im April mit noch größerem Schrecken zurückblicken werde.

Matthau und Lemon. Darum geht es hier ja eigentlich. Nicht um klassische Hollywoodgeschichten, sondern vielmehr um HollywoodGESCHICHTE!

Hier sanft und ohne Mühe zum Schmunzeln, Lächeln und gelegentlichem Lachen gebracht zu werden ist eine Freude. Und dennoch trägt mich ein stiller, ständig vorhandener Schluchzer sentimental durch die kurzweiligen 100 Minuten.

Zwei echte Freunde – so ich denn den einschlägigen Medien vertrauen möchte – harmonieren hier fast so herzlich miteinander, wie in ihren zugegebenermaßen fast durchgehend besseren, gemeinsamen Werken. Aber wurscht!

Echter Film, um mal ein wenig zu polemisieren, wird vom Zusammenspiel aus Bild und Ton getragen und entfaltet seine Magie aus allem Anderen als aus ellenlangen Dialogzeilen und zentraler Schauspielerplatzierung. Schauspieler sind eben doch meist Beiwerk, oder nötiges Übel – zumindest wenn sie geschwätzig agieren.

Aber schön ist es dennoch immer, wenn ich als Zuschauer einfach spüre, daß Künstler vor der Kamera harmonieren und sich damit eine gewisse Chemie entfaltet, die mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Und daß es nun die beiden tollen Komödiendarsteller nicht mehr gibt ist beim Sehen ihrer Werke ein bißchen traurig und stimmt mich sentimental. Das leistet nicht der Film – das leistet das Leben drumherum.

Klar trenne ich gerne Fiktion und Realität – gerade beim Film eine meiner Ansicht nach gesunde Taktik – aber manchesmal ist es auch für mich in Ordnung, dieses Dogma zu durchbrechen. Vor allem dann, wenn der Film, als eben solcher nicht genug funktioniert, aber so ist es eben oft bei reinen Unterhaltungsprodukten.

 

Zombieland

In action, horror, komödie on Januar 28, 2012 at 2:20 pm

OT: Zombieland, USA 2009, R, B: Ruben Fleischer, B: Paul Wernick

Auch wenn das Archiv mich selbst sofort Lügen straft. Zwischendurch (?) brauche ich auch mal etwas Leeres. Etwas Simples. Etwas Hirnloses.

Und was ist denn hirnloser als ein Zombie? Noch dazu in einer amerikanischen Komödie!

Dank George A. Romero haben wir als moderne Bürger der westlichen Welt (auf einer Kugel!) ein genaues Bild der lebenden Toten. Absolut fiktive Gestalten, mit einem Ursprung in der Mythologie des Voodoo. Und dennoch wird der Umgang mit ihnen, insbesondere im Film so dogmatisch betrieben, wie mit kaum einem anderen Thema.

Mal wieder irgendwie absurd. Aber ich selbst nehme mich da gar nicht aus. Sehe ich mir einen Zombiefilm an, dann will ich nicht überrascht werden. Ich habe schon beim einlegen der DVD, Videokassette, Blu-Ray, oder beim Lösen des Kinotickets eine genaue Vorstellung dessen, was mich erwarten wird. Und diese möchte ich nicht enttäuscht sehen.

Ich bin ein Zombiefilmkonservativer! Darauf bin ich nicht stolz. Aber ich akzeptiere meinen erstarrten Geschmack! Klar werde auch ich mit der Zeit gleichgültiger und wenn ein Zombie dann eben mal rennt, dann zucke ich mit den Schultern, lehne mich mittlerweile eher zurück als auf und akzeptiere das eigentlich Untragbare.

Andere Zeiten. Zombies für die Jugend. Unaufhaltsamer Fortschritt.

Wenigstens dreht sich Bill Murray- auch eine Ikone meiner Filmprägungsphase – sehr sehr langsam in seinem Filmgrab herum. Und das versöhnt mich dann auch wieder.