filmgedanken

Archive for the ‘romantik’ Category

Old Boy

In action, drama, komödie, romantik, thriller on Oktober 26, 2014 at 12:02 am

oldboyOT: oldeuboi

RSK 2003

R: Chan-Wook Park

B: Garon Tsuchiya, Nobuaki Minegishi, Chan-Wook Park, Chun-Hyeong Lim, Jo-Yun Hwang, Joon-Hyung Lim

Ich habe die Zukunft gesehen!

Mittlerweile fast täglich. Sie umgibt mich. Durchdringt mich. Hält meine Filmwelt zusammen. Das was früher mein DVD-Regal war, ist heute in ständiger Bewegung. Auf der Datenautobahn. Nichts ist mehr greifbar und doch alles immer zu sehen. Sehr merkwürdig und für mich immer noch sehr verwirrend.

Schön sieht er immer noch aus. Dieser große Wurf des koreanischen Meisterregisseurs Park Chan-Wook. Ein bißchen krümelig vielleicht. Etwas kontrastarm. Verwaschen.
Natürlich krankt das sogenannte Streaming von Filmen noch. Es stockt. Es lädt nicht. Bricht plötzlich ab. Die Auflösung des gezeigten Bildes schwankt ständig. Es krümeln sich Artefakte über den Bildschirm und alles in allem macht es wenig Spaß und wird ohne Glasfasernetz sicher nicht lange existieren können.
Jedoch enttäuschte mich die Qualität nicht etwa über meine Telefonleitung. Ich hatte wieder einmal in mein Regal gegriffen und dachte ich wüßte was ich habe, wenn sich die DVD eines meiner Lieblingsfilme im Laufwerk dreht. Kann das sein? Südkorea ist nicht für billige Optik bekannt. Im Gegenteil. Also mal in die Zukunft geklickt.
Und dort liefert mir der Streamingdienst meines Vertrauens das Meisterwerk knackscharf. Flüssig. Kontrastreich. Absolut authentisch. Ohne Aussetzer. Wahnsinn!

Was wird das bedeuten? Soll ich meine Sammlung auflösen? Werde ich mich je wieder von meiner Couch erheben müssen?

Oder wird OLD BOY doch noch den Weg als Zukunftsmedium in mein Regal finden? Blu Ray? 4K höre ich hier flüstern.

Was sind wir Filmliebhaber dekadent geworden. Dagegen muß etwas unternommen werden. Wir sollten uns vereinigen. Gemeinsam gegen diesen alles verschlingenden Strudel der technischen Entwicklung rebellieren. Ich werde den ersten Schritt versuchen. Ich denke ich werde mal sehen, ob ich OLD BOY auf der nächsten Börse erstehen kann. Als Video!!!

Advertisements

[rec]3

In horror, Kino, komödie, romantik on Juni 3, 2012 at 10:00 pm

OT: [rec]3 génesis, ESP 2012, R,B: Paco Plaza, B: Luiso Berdejo

Eine starke Filmmarke aufzubauen, sie bekannt zu machen und für sich selbst sprechen zu lassen ist eine große Herausforderung für jede Produktionsschmiede. Der Fan soll möglichst bedient werden. Dazu verleitet werden sein Geld zu geben, am besten ohne intensivere Prüfung der Qualität. Eine Marke läßt sich aber nur auf einem erfolgreichen Beginn starten. Wenn schon der erste Film keine Sau interessiert hat, warum sollte dann das Interesse an weiteren Folgen groß sein?

Viele Reihen sind irgendwann daran erstickt immer mehr bieten zu wollen als der direkte Vorgänger. Viele Marken funktionieren dank gutem Marketing besser als die dahinter stehenden Werke. HELLRAISER gilt als eine sehr mächtige, eben starke Horrorfilmmarke, obwohl die letzten – seien wir gnädig – sechs Filme allesamt ziemlich behäbig waren. Und da darf jetzt jeder nachrechnen und sich verwundert ob meiner Zählung am Kopf kratzen. Ob dem eigenen oder einem fremden steht jedem frei.

Auch die Marken HALLOWEEN, FREITAG 13te/JASON, NIGHTMARE, oder NORRIS (kein Scherz) klingen stärker, als die dahinterstehenden Filme es dann im Großen und Ganzen tatsächlich sind. Muß doch mal gesagt werden!

Das sind nun aber alles schon etwas betagtere Reihen.

Heute tauschen wir obige Namen einfach gegen SAW und HOSTEL aus – das Problem bleibt das gleiche.

Warum dann jetzt auch noch Produzenten meinen künstlich eine Marke generieren zu müssen, indem sie Drehbücher frech mit dem Stempel der eigenen Marke versehen steht wohl für die unveränderten Zustände der Unkreativität.

Aber auch schön zu sehen, daß sich manche Dinge nicht verändern über all die Jahre.

Meet the feebles

In action, drama, romantik on April 11, 2012 at 6:13 am

OT: meet the feebles, NZ 1989, R, B: Peter Jackson, B: Danny Mulheron (!), Stephen Sinclair, Fran Walsh

Sehr geehrte Damen und Herren.

Gerne möchte ich die einmalige Gelegenheit wahrnehmen in Ihrem sehr ambitionierten neuen Werk eine Rolle zu bekleiden. Schon als ich hörte, wer kreativ alles beteiligt sein soll, war ich sehr interessiert. Auch die ersten Abrisse der Geschichte, die an die Öffentlichkeit geraten sind, faszinieren mich zutiefst. Ich bin absolut begeistert und davon überzeugt es mit einem die Filmwelt verändernden Meilenstein zu tun zu haben. Und die Möglichkeit daran teilzuhaben möchte ich auf keinen Fall verpassen.

Vielleicht sind meine Chancen auch dadurch günstig, daß ich schon mit dem verantwortlichen Regisseur zusammenarbeiten durfte. Nicht einfach in einer Statisten- oder Nebenrolle, nein, ich bekleidete die Hauptrolle in einem seiner wegweisensten Werke. Er war mit meiner Präsenz sehr zufrieden und unsere Zusammenarbeit war sehr fruchtbar und meine Darstellung gewann viele wichtige Preise.

Sie sehen also, ich bin wie prädestiniert für die Hauptrolle in Ihrem neuen Film.

Meine Rolle war vielschichtig angelegt. Eine klassische Außenseiterin, die erst im Verlauf des Filmes ihres eigenen Dramas gewahr werden durfte. Im Wandel von Fröhlichkeit zu tiefster Trauer durchlebte die von mir dargestellte Figur alle Höhen und Tiefen der menschlichen Gefühlswelten. Um richtig in meine Figur zu passen, mußte ich mich mit ihr so eng wie möglich identifizieren und nahm auch gut 20 Kilo zu.

Zu guter Letzt meisterte ich sämtliche künstlerische Herausforderungen an die Rolle und verbrachte einige Monate mit dem transsexuellen Martha Mutig, um mich auf die schwere Aufgabe eine Frauenrolle überzeugend dem Zuschauer zu verkaufen vorzubereiten.

Die Rolle der Heidi in Peter Jacksons MEET THE FEEBLES hat mich also perfekt für Hollywood und schwierige Charakterrollen vorbereitet. Sie werden noch viel von mir hören.

Mit Hochachtung,

Danny Mulheron

The Artist

In drama, Kino, komödie, romantik on April 6, 2012 at 6:00 am

OT: the artist, FRA, BEL 2011 R, B: Michel Hazanavicius

Welche Konsequenz mag die Filmwelt aus dem großen und mehr als überraschenden Erfolg ziehen?

Wird uns jetzt eine Welle von schwarz/weiß- Filmen überrollen? Verzichten zukünftige Regisseure und Produzenten auf aufwendige Tonschnitte und -erzeugung? Droht einer ganzen Profession der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit? Braucht der kommerzielle Film bald keine Toningenieure mehr? Werden wir unsere vielgeliebten Synchronsprecher nur noch in drittklassigen Fernsehproduktionen sehen und hören können?

Wäre schade drum. Wie viel Spaß können doch gute, oder zumindest ausgefallene Synchronarbeiten bieten. Hill und Spencer verdanken ihre Karierre ja zu großen Teilen der deutschen Filmsynchronisation. Ebenso DIE ZWEI Großartigen (ein Vergleich sagt mehr als, naja tausend Worte).

Um es auf den Punkt zu bringen: Rainer Brandt!

Was für ein Held und Bösewicht gleichermaßen. So viele denkwürdige Zitate von ihm geschaffen, phantastische Schimpfworte, die aus seiner Feder flossen, so viel Irrsinn in die Welt gebracht. Und immerhin der Erfinder des Bauchredens und Hinterkopfmonologisierens im Film. Eine leuchtende Ikone meiner Kindheit. Und mein bestes Argument gegen die Originaltonmanie – und damit ein bißchen gegen mich selbst.

So gut, wie zu seiner Zeit waren Synchronarbeiten nie wieder. Vielleicht ist es deshalb auch nicht schade um deren drohenden Niedergang. Und auch die ein oder andere Stimme – egal ob synchronisiert, oder original – werde ich nicht vermissen.

Nur eine Frage, die mich sehr beschäftigt. Die mir Angst macht und mir den Schlaf raubt.

 

Wird Till Schweiger jetzt doch noch eine Weltkarriere starten können?

 

The Artist

In drama, Kino, komödie, romantik on März 29, 2012 at 6:11 pm

OT: the artist, FRA, BEL 2011 R, B: Michel Hazanavicius

Es gibt Multiplexkinos. Steril (nicht unbedingt von der Sauberkeit her, schon klar), gesichtslos. Rein auf den finanziellen Erfolg und das Durchschleusen von Hunderschaften an zahlungsfreudigen Gästen ausgelegt.

Wahre Filmfreunde begeben sich selten und nur unter Druck in diese Äquivalente der modernen Massentierhalung und lassen sich dementsprechend auch nicht mit der vorgesetzten Massenware abspeisen. Der geneigte Filmfreund, der sich selbst als Connaisseur, ja Liebhaber der Filmkunst versteht begibt sich nicht in diesen Schmutz zum Pöbel. Er kleidet sich in seinen edelsten Rollkragenpullover, rückt die Hornbrille (ich entdecke da ein Muster) zurecht und zwingt den Partner seiner Wahl zur Begleitung – irgendwer muß sich ja im Anschluß (wenn es wenigstens der Anschluß wäre) die philosophisch entrückten Deutungskonstrukte anhören und honorieren. Man applaudiert sich schließlich nicht selbst.

Derart gerüstet wagt man also den Weg – mit umweltschonenden öffentlichen Verkehrsmitteln versteht sich – in das kommunale Programmkino.

Hier wird Filmkunst noch zelebriert. Hier lächeln einem die Filmsternchen besserer Zeiten von den Wänden entgegen. Als Kino noch bewundert wurde. Als der wohlige Geruch von Zigarren, Whiskey und Zelluloid noch die Luft erfüllte. Hier wird Film geliebt. Hier ist der Cineast zu Hause. Hier bangt der Besitzer jeden Monat aufs Neue um seine Existenz. Es ist so romantisch.

Versteht sich ja von selbst, daß man es hier mit den besseren Menschen der Gesellschaft zu tun bekommt. Hier gibt es keine gegen die Kinosessellehne tretenden Pennäler. Keine popcornknuspernden Störenfriede. Keine mit dem Mobiltelephon spielenden Jugendlichen. Niemand der im Kino flüstert. So schön.

In so einer Welt würde ich gerne leben. Ich möchte einen mutigen und erstaunlich hochgelobten Film in all seiner Größe, seiner Genialität genießen. Ich möchte so gerne in meinen Seh- und Hörgewohnheiten herausgefordert werden. Ganz den Bildern, der Musik folgend möchte ich in der Leinwand verloren gehen und mich in einem ganz eigenen Leben wiederfinden.

Tja, das kann ich dann wohl nur noch zu Hause. Oder vielleicht doch eher wieder in einem Multiplexkino. Da kann ich in all der geschaffenen Isolation nämlich auch mal meinen Nachbarn zurechtweisen, wenn er laufend in den Film quatscht, ohne gleich eine Diskussion über mich ergehen lassen zu müssen. Der klassische Multiplexgast schafft das schließlich kaum.

Was ist denn mit den Menschen los? Müssen sie in einen Film rennen, der sie objektiv betrachtet überhaupt nicht interessiert, bloß weil er so viele Preise abräumt? Nur um dann über den Wurmbefall ihrer Hauskatze – Johanna mit Namen – zu reden? Sogar zu schnarchen und Popcorn über drei Sesselreihen hinweg zu reichen?

Schön, daß sich dann der ein oder andere in seiner Ignoranz wie zum Hohn sogar den Film zu loben traut, den er kaum wirklich verfolgt haben kann.

So nahe an einem Duchovny war ich wirklich noch nie…

Conan

In action, drama, romantik on März 29, 2012 at 5:33 pm

OT: conan the barbarian, USA 2011, R: Marcus Nispel, B: Thomas Dean Donnelly, Joshua Oppenheimer, Sean Hood, Robert E. Howard

Als Kind der 80er Jahre gibt es Vieles, was ich in den tiefsten Tiefen meiner geschundenen Seele für immer und ewig zu verstecken gedenke. Alleine der Gedanke an Schulterpolster, Spandexhosen und Vokuhilas läßt mich schaudern.

Aber es gibt sicher auch viele schöne Dinge, die es an den 80er Jahren zu mögen gilt. Ein tolles Jahrzehnt für Filme war es zum Beispiel. Ach ja…

Und ein Jahrzehnt in dem so Vieles möglich schien. Was es in diesem Jahrzehnt im Überfluß zu geben schien waren ja zum Beispiel Muskeln. Na klar!

Ein Arnold Schwarzenegger trat in das Leben von Millionen. Ich gebe zu, in mein Leben trat er rückwirkend schon 1979, aber im Großen und Ganzen und in Anbetracht der filmhistorischen Präsenz war es das Jahr 1982, in dem der – für Hollywoodverhältnisse – große Mann zu einem Begriff wurde. Geradezu zu einem Innbegriff für Kraft, Stärke, Männlichkeit (man denke nur an das Kinn) und sexuelle Anziehung (viele Frauen behaupten auch heute noch, sein Po als Terminator habe sie für immer für andere Männer verdorben). Wohlgemerkt das Alles für die 80er Jahre. Heute funktioniert das so nicht mehr.

Kraft und Stärke wirken nur noch in der Überwindung der Schwäche. Männlichkeit protzt heute nicht mehr. Sie findet ihren Ausdruck in intellektueller Überlegenheit und vielleicht Glatze. Und wohin es mit dem Sexappeal der Männer geht, das verstehen heute vielleicht noch die Optiker und der ein oder andere Holzfäller. Aber sicher nicht mehr der liebenswerte Steroiddealer aus der Muckibude von nebenan.

Dachte ich. Aber das ölige, kantige und selten augenzwinkernde Zurschaustellen von blanken Muskeln und markanten Kinnpartien erfährt ein Revival. Jason Momoa heißt es und tritt nicht nur in die Fußstapfen eines Arnold Schwarzeneggers, sondern ist auch eines der vielen Gesichter der phantastischen Serie GAME OF THRONES. Momoa steht in vorderster Front und führt die Reihen der vielen namenlosen Fleischberge in neue, kaum noch möglich erscheinende Glanzzeiten zurück. Geebnet hat diesen Weg zwar das latent homoerotische, faschistoide Einklebealbum bewegter Bilder von 300, aber jetzt und heute, in den 2010er Jahren ist es so lebendig wie nie.

Ich fürchte ja nur, daß das bedeuten wird, daß bald wieder Frauen in viel zu großen Anoracks und Hochwasserhosen die Straßen fluten und Männer zurück zu Karottenschnitthose und Hornbrille kehren könnten. Schreckliche Vorstellung.

Drive

In action, drama, Kino, romantik, thriller on März 2, 2012 at 4:33 pm

OT: Drive, USA 2011, R: Nicolas Winding Refn, B: Hossein Amini, James Sallis

Die Idee war ja, Gedanken während, oder nach einem Film festzuhalten. Irgendwie habe ich es ja geahnt, daß das schwieriger werden würde, als zu Beginn gedacht. Die Artikel wurden länger, die Filme nicht grundsätzlich besser – daran angepaßt die Gedanken.

Daraus schließe ich für mich, daß es meine Filmseele nach Zweisamkeit, nach Intimität zwischen einem Film und meinen Gefühlen in einem dunklen Kinosaal dürstet. Wenn der ganze Dreck aus den dunklen Ecken nicht mehr zu entfernen ist, dann muß man alles fluten. Ganz nihilistisch abreißen um Neues entstehen lassen zu können. Aus dem Nichts trifft ein zarter Samen auf fruchtbaren Boden.

Die Ranken wachsen und schlingen sich um mein Herz. Sie haben mich vollkommen im Griff und auch wenn ich weiß, daß in diesem dichten Dschungel nichts Weiteres wird Fuß fassen können, bin ich glücklich.

 

Ben X

In drama, romantik on Februar 28, 2012 at 8:20 pm

OT: BEN X, Belgien, Niederlande 2007, R, B: Nic Balthazar

Alle Welt – also zumindest die kleine Welt in meinem Umfeld – spricht von THE BIG BANG THEORY. Soll sie ruhig. Mir ist das egal. Ich finde keinen Zugang zu diesem Kunstprodukt.

Bin ich zu wenig Nerd, oder vielleicht sogar schon zu viel? Störe ich mich zurecht an der zu offensichtlich auf Zielgruppe getrimmten Reißbrettsit-com? Und um welche Zielgruppe ging es denn den Produzenten wirklich?

Woran ich mich sicher nicht zu Unrecht störe ist jedenfalls die aus dem Fachlexikon für Medizin herausgesponnene Figur des Sheldon Cooper – Verzeihung: Dr. Sheldon Cooper (damit keiner sagen kann, ich hätte es nicht versucht mich durch die Serie zu quälen)

Der junge Mann soll also am Aspergersyndrom leiden. Zumindest soll sein Umfeld darunter leiden, das ist ja dann auch viel witziger. Na gut. Und damit es auch zum Lachen taugt und nicht zu viel Mitgefühl im Zuschauer ausbricht darf dieser Dr. Sheldon Cooper auch immer wieder mal aus der Rolle fallen, wenn es die jeweilige Situation erfordert, oder nötig macht. Soll ja auch eine Sit-COM bleiben. Wenn der junge Mann in sich versunken jeder Kommunikation mit seinem Umfeld ausweichen würde, hätten die Autoren sicher einige Schwierigkeiten. Und die Serie wäre schon zu Beginn der ersten Folge der ersten Staffel brillant gescheitert. Also darf und muß dieser Aspergerpatient aus Produzentensicht munter drauflosquasseln.

Gut, vielleicht ist seine Erkrankung ja nicht allzu ausgeprägt, alles möglich. Aber warum um alles in der Welt kann man das als Zuschauer nicht glauben, bei all den gezeigten Ritualen, die festgefahrener scheinen, als bei jedem voll ausgeprägten Autisten?

Vielleicht tragen ja absurde Rituale zum Unterhaltungswert der Krankheit bei? Gut möglich. Soziale Interaktionsschwäche ist auch lustig. Kein Zweifel. Und Inselbegabungen, sowie -interessen werden ja auch täglich im Fernsehprogramm zum Amüsement bereit gestellt. Nichts Anderes passiert bei THE BIG BANG THEORY. Hier soll eine Sendung endlich einmal die etwas verrückt anmutenden Fanboys und Videospieler bedienen. Nette Idee. Aber eigentlich macht man sich doch nur über sie lustig.

Und diese, sehr subjektive Erkenntnis macht mich noch trauriger, als jedes Drama in dem das Aspergersyndrom besser und authentischer behandelt wird. Sehr tragisch und auch irgendwie verletzend.

Braveheart

In action, drama, romantik on Februar 21, 2012 at 7:25 pm

OT: Braveheart, USA 1995, R: Mel Gibson, B: Randall Wallace

Ich gehöre ja zu dieser Rasse, die sich Filme meist im Original ansieht. Nicht nur die englischsprachigen, sondern gerne auch asiatische, oder Gott behüte australische Produkte finden ihren Weg in meine Ohren und an meine Augen.

Ja, Augen. Gerade die asiatischen und auch letztgenannten Filme sind für mich ohne Untertitel nur schwer zu verfolgen.

Brechen tue ich dieses harte, selbst auferlegte Dogma nur in seltensten Fällen und diese werden lange diskutiert und durch eine Mehrheitsentscheidung abgelehnt, oder seltener gewährt.

Gewährt werden sie häufig bei meine Jugend prägenden Meilensteinen. Ganz vorne dabei das 70er Jahre Hysteriemärchen und der Mann mit dem Grübchen.Die kann ich mir einfach nicht im Original ansehen – zu oft habe ich sie als Kind auf deutsch genossen – und da hat auch dieses Kind wieder die Entscheidungshoheit. Und ein Kind kann und will keine Filme auf englisch verfolgen. Es will einfach nicht. Es schmollt dann lieber, als daß es klein bei geben würde.

Auch BRAVEHEART ist ein Film, den ich in meiner späten Jugend sehr ausufernd genossen habe. Anfangs noch auf Videokassettensicherheitskopie von einer Fernsehaustrahlung. Später dann auf Kopie dieser Kopie – die gute alte VHS sieht sich deutlich schneller tot, als die in die Jahre kommende DVD. Und auch das Verfolgen von heftiger Filmgewalt in Standbild und Zeitlupe nehmen einem die schwarzen Kassetten schnell übel.

Also jetzt eben mal wieder ein Versuch die albernen Regeln zu brechen und einen mich prägenden Film im Original zu sehen.

Was soll ich sagen? Das geht nicht!

Nicht, weil das Kind in meinem Inneren rebelliert hätte. Nein, nein. Ausgerechnet der um Authentizität bemühte Originaltonfanatiker in mir schreit so laut auf, daß ich im Bangen um mein Gehör schnell wieder auf die eigentlich verhasste, deutsche Tonspur wechseln muß.

Schotten im Original? Gerne!

Amerikaner im Original? Klar!

Australier im Original? Wenn sie sich Mühe geben, noch ok – zur Not eben mit Untertitel!

Aber Australier und Amerikaner, die sich an Etwas versuchen, was sie für Schottisch halten? Nee…

Ein Verrücktes Paar – alt, verkracht und frisch verliebt

In drama, komödie, romantik on Februar 19, 2012 at 4:28 pm

OT: grumpy old men, USA 1993, R: Donald Petrie, B: Mark Steven Johnson

Über seichte Untarhaltungsware könnte ich ja mal so richtig vom Leder ziehen. Aber das jetzt erst zu tun, wäre nicht sehr glaubwürdig, nachdem ich mich in diesem Kalenderjahr 2012 ja bislang nicht unbedingt von Anspruch und Kunstgedanke habe erschlagen lassen.

Es käme auch meinen tatsächlichen Gedanken und – ja – Gefühlen zu diesem Film nicht nahe, wenn ich jetzt eine von oben herab initiierte Debatte über Film und seine Aufgaben lostreten sollte. Das mache ich mal zu einem anderen Zeitpunkt, wenn es noch weniger paßt und ich zum Beispiel im April mit noch größerem Schrecken zurückblicken werde.

Matthau und Lemon. Darum geht es hier ja eigentlich. Nicht um klassische Hollywoodgeschichten, sondern vielmehr um HollywoodGESCHICHTE!

Hier sanft und ohne Mühe zum Schmunzeln, Lächeln und gelegentlichem Lachen gebracht zu werden ist eine Freude. Und dennoch trägt mich ein stiller, ständig vorhandener Schluchzer sentimental durch die kurzweiligen 100 Minuten.

Zwei echte Freunde – so ich denn den einschlägigen Medien vertrauen möchte – harmonieren hier fast so herzlich miteinander, wie in ihren zugegebenermaßen fast durchgehend besseren, gemeinsamen Werken. Aber wurscht!

Echter Film, um mal ein wenig zu polemisieren, wird vom Zusammenspiel aus Bild und Ton getragen und entfaltet seine Magie aus allem Anderen als aus ellenlangen Dialogzeilen und zentraler Schauspielerplatzierung. Schauspieler sind eben doch meist Beiwerk, oder nötiges Übel – zumindest wenn sie geschwätzig agieren.

Aber schön ist es dennoch immer, wenn ich als Zuschauer einfach spüre, daß Künstler vor der Kamera harmonieren und sich damit eine gewisse Chemie entfaltet, die mir ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann.

Und daß es nun die beiden tollen Komödiendarsteller nicht mehr gibt ist beim Sehen ihrer Werke ein bißchen traurig und stimmt mich sentimental. Das leistet nicht der Film – das leistet das Leben drumherum.

Klar trenne ich gerne Fiktion und Realität – gerade beim Film eine meiner Ansicht nach gesunde Taktik – aber manchesmal ist es auch für mich in Ordnung, dieses Dogma zu durchbrechen. Vor allem dann, wenn der Film, als eben solcher nicht genug funktioniert, aber so ist es eben oft bei reinen Unterhaltungsprodukten.